Donnerstag, 13. September 2012

Von Einhörnern und der Kunst, man selbst zu sein ...

„Always be yourself unless you can be a unicorn – than always be a unicorn!“ Ich bin vor einigen Tagen über den Spruch gestolpert und musste schallend lachen! Letztlich geht es einfach um das Prinzip „Sei Du selbst“ und ich bin überzeugt, dass man kein Einhorn sein muss, um einzigartig und besonders zu sein.
Gerade bei Menschen, die mir nahestehen, denke ich so oft, wie besonders sie sind und was sie Tolles machen – und man kann es ihnen nicht oft genug sagen, denn selbst sieht man das ja generell kritischer ;-)
Da ich aktuell meine Coachingausbildung angefangen habe – ja, auch das ein großer Schritt und gerade sehr spannend – nehme ich mir den Spruch „Erwischen beim Gutmachen“ zu Herzen: Es geht darum, den Blick auf die Stärken zu richten und nicht auf Kritik oder (vermeintliche) Mankos. Klar, man kann immer Sachen verbessern und noch mehr dazu lernen, aber ich merke, dass ich mit mir doch eigentlich ganz zufrieden bin und vielleicht auf manches sogar stolz sein kann. So habe ich an diesem Wochenende festgestellt, dass ich tatsächlich ruhiger geworden bin ... Nein, ich lache immer noch schallend (siehe oben) und bin auch sonst sicher nicht leise, aber in mir ruhiger, bewusster und sicherer.
So erinnert mich das Einhorn daran, immer mehr zu mir selbst zu finden. Mein Ding zu machen und das Gefühl zu haben, es ist gut so, wie ich Dinge angehe und umsetze. Eben meinen Stil zu finden und zu leben – und das ist unglaublich befreiend. Das läuft nicht immer reibungslos oder unproblematisch ab, schließlich ist es eine Entwicklung, in der noch viel Potential steckt, aber sie gefällt mir und tut mir gut.
Dieses Potential sehe ich bei so vielen im Umfeld und stelle erfreut fest, dass immer mehr sich trauen, sie selbst zu sein, noch mal Bestehendes über den Haufen zu werfen, Ansichten zu überdenken, neue Wege zu beschreiten und an sich und die eigenen Fähigkeiten zu glauben und für sich selbst einzustehen ... Das ist schön!
Da das ein Thema ist, das mir freundschaftlich wie Coaching bedingt besonders mit Nele immer wieder begegnet, bediene ich mich ihrer Spruchsammlung und halte es mit Sören Kierkegaard, der sagt "Das Große ist nicht dies oder das zu sein, sondern man selbst zu sein." Versuchen wir es heute einfach mal!

Dienstag, 21. August 2012

Alltagsfluchten

Ich bin ja nicht umsonst nach Mainz zurückgekommen – mein Lokalpatriotismus ist durchaus vorhanden ;-) Aber manchmal vergisst man selbst, wie schön die Region hier ist und was man alles unternehmen kann!
Das Problem ist nur, es gibt ja immer so viel anders zu tun. Entsprechend möchte ich zwar dies und das machen, aber natürlich erst, wenn ALLES erledigt ist. So kommen die kleinen Auszeiten zu kurz. Der Garten schreit nach ordnenden Händen, der Sport fällt knapp aus und spontane Unternehmungen sind rar. Das ist absolut okay, denn es macht unglaublich viel Spaß.
Trotzdem braucht es auch Ruheoasen, um Kraft zu tanken, über den Tellerrand zu blicken und den Kopf frei zu bekommen. Ohne diese Ausbruchszeiten wird es sonst im Arbeitsalltag schwierig. Es ist mir also durchaus bewusst, wie wichtig die viel zitierte Work-Life-Balance: Der Geist ist willig ... in der Umsetzung hapert es aber halt doch ;-)
Entsprechend habe ich mich riesig auf ein paar Tage mit Nele und Eva gefreut. Neben gediegenem Grillpower, lecker Kuchen, guten Gesprächen und lautem Gelächter, waren wir viel draußen unterwegs, waren schwimmen, haben die Sonne genossen und Füße und Seele baumeln lassen ... Gerne im oder am Wasser.
Zusätzlich war ich mit Freunden im rheinhessischen Hinterland unterwegs und habe das satte Grün und die üppige Vegetation
der Landschaft bewundert, habe abends einfach mal alles stehen und liegen gelassen, um ganz kurzfristig Einladungen zu folgen und habe es genossen, bis spät draußen zu sitzen, in Gesprächen zu versacken und wenig Schlaf zu bekommen.
Siehe da, das tut richtig gut! Klar, sind Rhein oder auch ein Freibad nicht gleich das Meer, doch der Blick aufs Wasser entspannt wirklich sehr schnell. Das ist wie ein Turbo-Kurzurlaub.
Das will ich häufiger! Genauso wie zu kurze Nächte. Die rächen sich zwar kurzfristig beim Aufstehen am nächsten Morgen, aber sie geben auch viel Kraft, weil man einfach Spaß hatte. Also Pflichtgefühl und Arbeitstier einfach mal in die Schublade stecken, denn manchmal ist es viel vernünftiger, unvernünftig zu sein ;-)

Freitag, 29. Juni 2012

Urlaub mit italienischem Lebensgefühl

Es ist schon eine ganze Weile her seit meine Füße das letzte Mal Sand berührt haben, der am Meer liegt ... Nach einer Woche Italienurlaub weiß ich: Das möchte ich wieder öfter haben! Zudem möchte ich diese entspannte Atmosphäre der Italiener noch eine Weile in mir tragen und bewahren. Urlaub ist immer anders und Alltag in Italien ist sicher nicht nur entspannt, aber ich mag diese heitere, durchaus lautere und leidenschaftliche Stimmung, die ich eine Woche erleben durfte. Da macht man sich bei vielen Sachen nicht so rum, da genießt man auch einfach mal (habe ich) und man geht einiges ruhiger an, was ich auch manchmal sollte ;-)
Bei 35° und einem wunderbaren Licht habe ich mich pudelwohl gefühlt. Ich habe reichlich köstliche italienische Leckereien geschlemmt habe und bei den Fischgerichten besonders an meinen Vater gedacht, anständig Farbe bekommen, viel gelesen, entspannt und festgestellt, dass Laufen am Morgen entlang eines Strandes eine ganz andere Motivation darstellt als der Park hinterm Haus ;-) Für den nächsten Urlaub weiß ich auch, dass ich möglichst keine Lederwaren mit nach Italien nehme (Eulen nach ...), denn ich habe doch ein klitzekleines bissel geshoppt ;-)
Es war mein erster Italienurlaub seit langem, aber ich habe mich erinnert, dass mich früher schon der Umgang der Generationen fasziniert hat. Das hat mich auch jetzt beeindruckt und gerührt. Der Kreissaal scheint unweit des Strandes zu sein – da werden die Kleinsten bereits an den Strand gebracht, da gibt es Großfamilien, die mit drei- vier Generationen Ausflüge machen und mit der gleichen Selbstverständlichkeit, mit der Kinderwagen durch den Sand gezogen werden, schiebt man Rollstühle ans Meer, damit alle mitkommen können. Ob alt oder jung, man unternimmt gemeinsam etwas und macht sich eine schöne Zeit. Keiner scheint aufgrund seines Alters oder Gebrechens ausgeschlossen und man lebt einfach. Sinnbildlich dafür hat sich ein Bild in mein Gedächtnis gebrannt: Während eine ältere Dame ihre Strandtasche ablegt, um sich einzurichten, hat auch ihr Ehemann sich bereits hingesetzt – und seine Beinprothese unter den Schirm gestellt. Normaler Alltag – der mir aber mit so einer Selbstverständlichkeit in Deutschland noch nicht begegnet ist.
Daher habe ich mich wohl auch in eine „Mädchen-Clique“ verliebt ... Ca. acht italienische Damen im Alter 75+, die wie 20 15-jährige gekichert haben, während sie untergehakt gen Meer staksten und im Wasser Ringelreihen tanzten, plantschten und einfach nur Spaß hatten! So möchte ich auch mal alt werden und die Mädels meines Vertrauens ahnen es: Es geht mit uns so bald wie möglich nach Italien – wir müssen das üben bis zum hohen Alter!
Ich habe die Zeit auf jeden Fall in vollen Zügen genossen, Kraft getankt und abgeschaltet. Seit einer Woche bin ich zurück und stelle fest, dass mein inneres „Duracell-Häschen“ wohl noch durch den Pinienwald hoppelt, denn noch bin ich entspannt ;-)