Sonntag, 12. Juni 2011

Gärtnerglück – die ersten Schritte

Ich bin mit Garten aufgewachsen und selbst in WG und Wohnung während des Studiums gab es (fast) immer einen Balkon. Ich bin also keine ganz so ahnungslose Stadtpflanze und mag es Blumen zu pflanzen, meine Hände in Erde zu stecken, bunte Farbtupfer im Frühling zu sehen ...
Frühjahrsputz
Mit dem Umzug nach Mainz, gab es auch die Option, ein Stück Garten mein eigen zu nennen und ich habe „Ja“ gesagt ... Nun muss man aber sagen, dass letztes Jahr nicht viel mit dem Naumi-Beet in spe passiert ist und der Vorbesitzer so seine eigene Unkraut-Entsorgungstechnik hatte und auch nicht mehr viel gemacht hat. Also erwartete mich jetzt im Frühling ein Beet in sattem Grün – Unkrautgrün! Dazwischen gibt es einige Pflanzen, Bäume und Sträucher, die bereits dort wohnten und bleiben wollen sowie kleine grüne Spitzen, von denen man noch nicht sagen konnte, wer sich da so verbirgt.
Es tut sich was im Garten!
Vor ca. 2 Monaten hat die Gartensaison begonnen – die Stunde Null. Ich weiß, dass man auf die Zukunft hin einen Garten planen soll, mit viel Platz für die Entwicklung des kleinen Pflanzennachwuchs’. Doch so gut meine Vorstellungskraft ist, wenn es darum geht, eine Wohnung – möbliert oder leer – einzuschätzen und geistig zu planen, so schwierig fällt es mir im Gartenbereich ...

Lektion 1 – Planen und loslegen: Nicht entmutigen lassen und erstmal „sauber machen“, um eine Grundlage zu haben; ein Beet ohne ungewolltes Grün. Also, Kraut zupfen, Walnussbäume ausgraben – pflanzen sich ganz prima dank Paul fort – dazu Pfefferminze eindämmen und in Kübel setzen, damit man der Lage Herr wird. Neue Buchsbäumchen zur Einfriedung pflanzen und sich langsam orientieren, was man eigentlich möchte: Bei mir sollen Blumen und Gemüse wachsen. Zudem stellt sich die Frage nach der Bodenbeschaffenheit – ach ja, die Frage nach Sonnig, halbschattig und schattig stellt sich auch noch. Dann darf munter eingekauft, gepflanzt und gesät werden.

Kindergarten
Lektion 2 – Kleine Zöglinge wandern in den Kindergarten.
Ein kleiner erhöhter Platz dient meinen Kleinen als Kindergarten bis sie so kräftig sind, dass sie ins Beet ziehen dürfen. Leider wohnen hier nun mal auch Schnecken und die finden alles was zart ist ganz toll ;-) Brokkoli, Kohlrabi – in 2 Farben – und Tomaten werden also vorgezogen. Die ersten Salate werden direkt ausgepflanzt und gedeihen auch zügig.


Kohlrabi - ganz schön groß!
 Zucchinis - wird 'ne reiche Ernt
Lektion 3 – Für die Zukunft planen!
Das klappt nur bedingt bisher. Aber wie man mir sagte, das erste Jahr dient der Erfahrung und dem Experimentieren. Manche Blumen sehen am Anfang etwas unspektakulär aus, aber entwickeln sich prächtig – kleine Korbblümchen und Petunien sorgen für bunte Kleckse im Beet.
Die Salate werden recht groß und die Zucchini brauchen viiiel Platz. Das wusste ich, aber die explosionsartige Geschwindigkeit verblüfft doch.
Auf einmal ist gar nicht mehr so viel Platz im Beet ... Außerdem klappt es nicht mit allem – gehört nun mal auch dazu. Ich zweifele etwas an den Radieschen und Möhren, aber wer weiß.

Lecker!!
Lektion 4 – Geduld, Liebe und viel Arbeit: Kleine Pflänzchen brauchen regelmäßig Aufmerksamkeit und Wasser. So wie die Neulinge wachsen und das Gärtnerherz höher schlagen lassen, so entwickelt sich auch das Unkraut. Da heißt es dran bleiben und regelmäßig zupfen und eindämmen. Außerdem gilt es bei uns immer Walnussbäume zu suchen – die sprießen überall und sind verdammt fest.


1. Beerenauslese ;-)
Lektion 5 – Genuss: Auf einmal kommt man in den Garten und alles ist bunt wächst und gedeiht. Ein tolles Gefühl, das man auch genießen sollte. Da schmeckt der Kaffee draußen gleich viel besser und in einer so grünen Oase liest und entspannt es sich großartig. Mittlerweile lässt sich auch einiges vom Angebauten ernten und die Zukunft hält noch mehr bereit. Der erste Rhabarber und der Rucolasalat waren lecker. Zu ernten gibt es Salate, Minze, Kohlrabi, Him-, Erd- und Johannisbeeren, Tomaten, Paprika, Zucchini, Hokaido und jede Menge Kräuter.

Beleuchtung für den Abend ...

Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie sich das erste Gärtnerjahr noch entwickelt – es ist ja erst Juni! Spaß macht es definitiv und man kann es nur empfehlen, Gärtnerglück ist ein ganz besonderes Gefühl!!

Montag, 6. Juni 2011

Leckeres für heiße Sommertage: Wassermelonensuppe

Gestern Abend habe ich eine großartige Wassermelonensuppe gegessen und kann sie nur empfehlen. Werde sie die Tage direkt selbst noch mal „kochen“. Da ich nach dem Rezept gefragt wurde, kommt hier auch die Anleitung – Rezept wäre fast zu viel gesagt, denn das Ganze ist so eine typische Koch-Gefühlssache ...


Also, man nehme:
1 Wassermelone (kleine bis mittlere Größe für 3 Personen)
Melonenfleisch schneiden, würfeln und mit dem Pürierstab zerkleinern
1 rote Chilischote klein schneiden und mit dem Pürierstab unter die Melonenmasse mischen
Pfeffern & salzen
Handvoll Minzblätter klein schneiden und hinzufügen
Saft einer ½ -1 Limette und 1 Orange (sonst Orangensaft) hinzugeben
Alles durchmischen, kalt stellen.

Dazu passen hervorragend ein paar Garnelen – gerne mit Chili oder Knoblauch ...

Die Suppe ist kalt, frisch, scharf, erfrischend und einfach fancy. Sicher nicht jedermanns Sache aber ich fand’s extrem groß!
Lasst es Euch schmecken!

Donnerstag, 26. Mai 2011

Laufen, ein Selbstversuch oder der Kampf mit dem Schweinehund

Ich bewundere ja Menschen, die regelmäßig joggen. Ich finde die Vorstellung, morgens eine Runde joggen zu gehen einfach toll. Sich zu bewegen, danach frisch geduscht und einfach fit in den Tag zu starten, klingt doch eigentlich ganz verheißungsvoll. Doch das war immer eine Fantasie, bei der es dann auch blieb.
Gut, ich habe schon während des Studiums und auch danach immer wieder Versuche unternommen, aber dieses Läufergefühl hat sich bei mir nie eingestellt. Ich fand es langweilig anstrengend und einfach .... ach, lassen wir das. Doch seit einiger Zeit will ich ja EIGENTLICH wieder mit Sport anfangen ... Der Plan war, entweder endlich wieder ein Fitnessstudio zu finden (bezahlbar und doch attraktiv) oder einfach mal mit den Gegebenheiten zu arbeiten. Laufen wäre ja was, denn direkt hinter dem Haus ist ein kleiner Park und wenige Meter weiter gibt es zwei große Parks und ständig sieht man Läufer. Meine Vorbereitung beinhaltete ein langsames Herantasten, mentales Einstimmen und sich selbst verarschen: Morgens beim Aufwachen habe ich mir vorgestellt, wie toll es doch sicher wäre, jetzt laufen zu gehen. Systematisch habe ich schon mal die Laufkleidung rausgesucht und in der Wohnung verteilt. Frei nach dem Motto: Wenn der Anfall kommt, dann soll es auch gleich losgehen können. Dann habe ich den Laufguide für Frauen (blv) gelesen, den ich wirklich interessant und hilfreich fand. Theorie alles bestens ...
Dann kam Ostern und ein paar freie Tage. Zeit also, den Plan in die Tat umzusetzen. Als Unterstützung dient das iphone – wer hätt’s gedacht ;-) – mit der micoach App von adidas. Ich habe einen Plan erstellt und mich dem Probetraining gestellt: Absolut ernüchternd! Ich bin so was von unfit und einfach nicht dafür gemacht. Ich schleppe mich mit Platsch-Platsch-Entenschritten voran, tippel vornehm mehr so auf der Stelle oder walze vor mich hin. Dazwischen sehe ich Menschen, die so leichtfüßig und geschmeidig laufen, dass es eine Freude ist, ihnen zuzuschauen. Dazwischen ich: knallroter Kopf, schnaufend und nach spätestens 2 Minuten bin ich am Ende meiner Kraft. DAS ist kein fishing for compliments, sondern die bittere Wahrheit. Warum nur, ist ausgerechnet Laufen sooo schwer?
Mittlerweile sind 5 Wochen vorbei und meine erste Planungseinheit ist fast vorbei. Ergebnis: Ich stehe tatsächlich früh auf und gehe raus. Mittlerweile laufe ich, je nach Programm meine 20-30 Minuten und schaffe es tatsächlich, am Stück zu joggen – hätte ich nicht für möglich gehalten. Ich bin immer noch unendlich langsam, muss zwischendrin gehen, mich von anderen überholen lassen, bin knallrot, schwitze nicht wirklich ladylike, keuche, verfluche mich zwischenzeitlich, hasse Jogger und Gassi-Geher, die mich zwingen weiter zu laufen, weil es mir zu peinlich ist anzuhalten und bin absolut dankbar, dass Dodo weiß, wo sie mich aufkratzen muss, wenn ich nicht in der Agentur erscheine.
Ich bin da ganz ehrlich: Ich bin immer noch kein Jogger, aber zum ersten Mal macht es ansatzweise Spaß und ich sehe tatsächlich Fortschritte, was motivierend ist. Zudem ist es wirklich großartig am frühen Morgen draußen zu sein. Die App ist cool und verschafft Abwechslung und Spaß. Mittlerweile finde ich meinen Rhythmus, weiß, welche Musik mich antreibt und fühle mich gut, wenn ich merke wie sich meine Füße doch etwas leichter vom Boden heben ... Keine Ahnung wie lange das anhält, aber ich plane fest, die 2. Einheit anzugehen.
Noch jemand, der einen Selbstversuch wagt? Dann kommen hier noch meine Top-Laufhits:

Gonny fly now
Je veux
The bad touch
Chariots of fire
Going the distance
That’s not my name
Harder, better, faster, stronger