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Donnerstag, 4. Oktober 2012

Der Countdown läuft ... Messevorbereitung für Frankfurt 2012


Tatsächlich steht in diesem Jahr bereits meine 10. (berufliche) Frankfurter Buchmesse an. Kleines Jubiläum und wenn ich mich zurück erinnere an meine erste Messe ... meine Güte! Da war alles noch so neu und ich wusste so vieles noch nicht – auch ganz pragmatisches. Doch die Jahre inklusive Messeplanung bringen viel Erfahrung mit sich - eigene und die von anderen ... und schon wappne ich mich ganz anders ;-)

Termine
Termine macht man zeitig aus und notiert sie, gerne mit Standnummer, Treffpunkt und Handynummer – und plant Schwatz-Puffer ein.
Friseurtermin und die Vorbereitung der Messegarderobe
Vielleicht ein stärker weiblich ausgeprägtes Bedürfnis, aber sicher auch für die männlichen Kollegen nicht ganz unrelevant: Kurzfristig festzustellen, dass es keinen Termin mehr gibt, dass die Bluse/das Hemd doch noch in der Wäsche(rei) sind, die Schuhe Absatzprobleme aufweisen oder der Körper sich im Laufe des Jahres in die eine oder andere Richtung verändert hat, erzeugt unnötigen Stress.

Wie gut kenne ich mich selbst?
Laufe ich als Frau am liebsten in flachen Schuhen? Dann ist die Messe definitiv der falsche Zeitpunkt um auf High-Heels umzusteigen. Tendenziell sind die Füße ja bei allen abends platt. Ich zwinge mich zudem nachts dazu, ihnen noch ein kühlendes Gel zu gönnen – und siehe da: Sie danken es mir am nächsten Tag.
Leide ich an trockenen Augen, mucken die Kontaktlinsen bei Messeluft, zerreiße ich prinzipiell meine Strumpfhose, bin ich anfällig für Kopfschmerzen, Heiserkeit etc.? Entsprechend gehören die kleinen Helfer wie Aspirin, Bonbons und Co. in die Tasche, ebenso wie Bargeld (für alle Kartenkinder wie mich ein Extrapunkt), zur Not ne Ersatzstrumpfhose und Erfrischungs-/ Desinfektionstücher /-gel (es gab da mal so eine Ekelgeschichte ... ).
Für alle, die es mal erwischt, kann ich aber auch sagen: Es gibt auch Nadel und Faden auf der Messe für einen Not-Näheinsatz.

Ernährung/Trinken
Ganz spezielles Thema ;-) Ich liebe ja bekanntermaßen Laugengebäck, aber nach fünf Tagen Messe ... grrrrr. Ein fruchtiger Smoothie, Buttermilch, Trinkjoghurt, Müsliriegel und ja, frisches Obst und Gemüse sind gar nicht sooo doof. Es ist erstaunlich, wie sehr sich Menschen über ein Stück Karotte auf der Messe freuen können!
Als Kaffeejunkie habe selbst ich gelernt, einerseits darauf zu achten, wo man Ja zu einem Kaffee sagt und wo lieber nicht ;-) und andererseits zwischendrin einfach mal ein anständiges Glas Wasser zu trinken oder zwei.
Ach ja, wenn man abends essen gehen möchte und sich nicht so gut in Frankfurt auskennt – lieber mal die Ansässigen fragen!

So, da ich noch am bevorstehenden Wochenende Coachingausbildung habe und nichts machen kann, ist die Messevorbereitung bereits in der heißen Phase und ich bin fast gewappnet. Ich freue mich wie jedes Jahr auf diese hektischen, fünf Tage voller Gespräche, Wiedersehen, Kennenlerntreffen, Bücher, Eindrücke, Spaß und spannende Termine!
Allen frohes Vorbereiten und Anreisen – und bis nächste Woche in Frankfurt!

Montag, 23. April 2012

Von der Freude des Schenkens – Welttag des Buches 2012

30 "Schneemänner" zum Verschenken ...
Die Stiftung Lesen, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels sowie einige deutsche Buchverlage haben zum diesjährigen UNESCO-Welttagdes Buches bereits im Januar eine große Aktion ins Leben gerufen: 33.333 Lesebegeisterte konnten sich für "Lesefreunde teilen Lesefreude" bewerben, um ein Buchpaket mit jeweils 30 Exemplaren eines Titels zu erhalten. Ab dem 16. April wurden die Bücher nun verteilt, um die Lust am Lesen weiter zu schenken. Ein sensationelles Projekt!
Ich habe mich riesig gefreut, dabei sein und Bücher verschenken zu dürfen. 30 Bücher erscheint ja zunächst wirklich viel, aber das relativiert sich fix, habe ich festgestellt. Aus meiner Auswahl von drei Büchern wurde mir Jo Nesbøs „Schneemann“ zugeteilt. Ein Krimi – typisch Michi also. Doch mit der Vorliebe für Spannungsliteratur bin ich ja nicht alleine. Bei mir im Haus wohnen Krimibegeisterte, die sich sehr gefreut haben, einfach ein Buch geschenkt zu bekommen. Nahe Freunde und Familie waren die nächsten Glücklichen sowie einige Tauschpartner, die ebenfalls Lesefreunde sind und andere tolle Titel bei der Aktion gewählt haben.
Schenken macht ja sowieso einfach Spaß. Bücher zu verschenken ist mir eine besondere Freude, aber bei so einem Projekt ist es noch einmal anders. Ich habe ganz spontan Bücher verschenkt und die Reaktionen waren klasse. Da man ja körperlich und geistig fit sein möchte, habe ich zwei Bücher mit ins Fitness-Studio genommen und glückliche Gesichter zurück gelassen. Völlig perplex war ein Tourist vor dem Gutenberg-Denkmal in Mainz, was ja eine passende Location ist ;-) Die Menschen sind so perplex, dass sie einfach etwas geschenkt bekommen und die Beigeisterung für die Aktion Lesefreunde ist spürbar. Aber auch Menschen, mit denen man sonst eher beruflich zu tun hat, sind ja privat durchaus an Unterhaltungsliteratur interessiert und konnten sich ebenfalls über Buchpräsente freuen. Tollstes Beispiel ist meine Steuerberaterin, die völlig aufgelöst war und mich vor lauter Freude erst einmal fest umarmt hat. Sie war ganz gerührt, weil sie schrecklich gerne liest!
Neben Buchcafé, Spontanschenkungen und zwar überraschten, mir aber bekannten Menschen, hat das Verschenken in sozialen Einrichtungen am meisten Spaß gemacht. Man macht sich wenig Gedanken, wo es überall an Geld für Bücher fehlt und wie viele Menschen gerne lesen würden oder dankbar für eine Ablenkung wären. Ob Obdachlosenheim, kirchliche Bücherei oder in Krankenhäusern – ich habe glückliche, gerührte und dankbare Gesichter gesehen und ganz tolle Begegnungen gemacht. Das war einfach super schön!
Ein paar wenige Bücher warten noch auf Ihre Besitzer und machen sich morgen auf die Reise. Das war es dann mit Lesefreunde schenken Lesefreude - und ich sage DANKE für dieses Projekt!  Eine so tolle Aktion verdient es definitiv wiederholt zu werden, hoffentlich ohne solche Idioten, die, wie man in den letzten Tagen lesen konnte, die Bücher einfach verkauft haben. Aber auch wenn das Projekt offiziell nun zu Ende geht, habe ich den Entschluss gefasst, ganz bald mal wieder ein bissel in den Regalen zu sortieren und kleine Bücherkisten für manche Einrichtungen zu packen, die solche Unterstützung das ganze Jahr über gut gebrauchen können. Die Freude am (Buch-)Schenken ist schließlich nicht von einem Datum abhängig!

Sonntag, 18. März 2012

Liebenswert-entspanntes Sachsen: Leipziger Buchmesse 2012

Zurück von der Buchmesse, lasse ich die Ereignisse etwas sacken und denke über das Phänomen „entspanntes Leipzig“ nach. Ich kenne einige Kolleginnen und Kollegen, die Leipzig preisen: als Publikumsmesse, für die angenehme Atmosphäre, die entspannte Stimmung, den netten Austausch, die überschaubare Größe gegenüber Frankfurt, die vielen Lesungen ... Frankfurt oder Leipzig, Frühjahrstreff oder Herbsthighlight, Entspannung oder Stress?
Ich muss gestehen, ich gehöre zu den Frankfurt-Liebhabern und mag die hektische Stimmung, das wuselige Treiben, den Stress, die Wege, die Größe, die Masse, das Adrenalin ... Doch man muss ehrlich sagen, das entspannt-liebenswerte Leipzig hat wirklich Vorzüge, die im Vergleich zu Frankfurt doch auffallend sind. Einige rein subjektive Anmerkungen:

Fahrer öffentlicher Verkehrsmittel
In diesem Punkt liegt Leipzig ganz weit vorn! Das ist schon skurril-schön und ich muss an mich halten, um nicht schallend laut loszulachen, als der Busfahrer in höflich-fröhlichem Tonfall darauf hinweist, dass um die Türen schließen zu können, alle wie die Salzsäulen erstarren sollen. Nein, keine Ironie und keiner muss aussteigen, das ist ernst gemeint. Klappt nicht beim ersten Mal, da der eine oder andere sich doch bewegt, was aber nur mit Humor und Geduld kommentiert wird. Beim vierten Versuch schließen tatsächlich die Türen und wir fahren los. Ich denke an Frankfurt, wo bereits um 8.40 genervt gebrüllt wird ;-) Bus, Straßenbahn oder Taxi – unterwegs wird freundlich kommentiert und Werbung für Leipzig und die Messe gemacht, was mir auch einige Kollegen und Kolleginnen bestätigen. Humor, Geduld und Lokalpatriotismus werden hier groß geschrieben!

Hotel
Ich darf ja während der Frankfurter Messe im eigenen Bett schlafen, aber mein Eindruck von Leipzig ist sehr positiv und ich kenne Geschichten von Kollegen von Frankfurt ... Im Hotel ist es erstaunlich entspannt und auch die Preise sind in Anbetracht der Messe noch im Rahmen. Besonders positiv erstaunt bin ich darüber, dass man sogar Zeit für den berühmt-berüchtigten Servicegedanken hat, die Menschen erstaunlich hilfsbereit sind, freundlich und geduldig: Man kümmert sich! Vielleicht auch eine Mentalitätsfrage, aber da kann der häufig etwas stoffelige-herbe Hessencharme noch ausgebaut werden ;-)

Wetter
Das Wetter kann man natürlich nicht beeinflussen, schon klar. Es trägt aber durchaus zur Stimmung und dem Gesamteindruck bei. Meistens zeigt sich der goldenen Oktober in Frankfurt tatsächlich von seiner guten Seite, aber leider nicht immer. Da ist der März in Leipzig wohl gnädiger, zumindest präsentiert sich die Messe auch in diesem Jahr wieder bei bestem Wetter, blauem Himmel und Sonnenschein. Ich sehe tatsächlich viele Menschen, die bereits frühlingshaft-sommerliche Kleidung gewählt und die Strümpfe zu Hause gelassen haben.

Messegelände, Besucher & Termine
Diese kleinen Inseln und das Wasser, das luftige Glasdach, die Brückenverbindungen ... das ist schon sehr schön. Trotzdem laufe ich hier irgendwie nicht so blind wie in Frankfurt, was sicher auch an der Anzahl der Besuche liegen mag, aber Frankfurt ist vertrauter. Ein bissel vermisse ich einfach die Größe, den Sinnenrausch und das Gefühl erschlagen zu werden aus Frankfurt. In Leipzig drohe ich manchmal auch an größeren Verlagen vorbei zu rennen, weil die Stände einfach deutlich kleiner sind und natürlich vermisse ich einige Verlage, die hier nicht ausstellen. Dafür finde ich die breiten Treppen als Alternative zu den Rollmonstern befreiend, wobei mir auch auffällt, dass in Leipzig weniger Leute stehen bleiben und große Unfälle gar nicht erst passieren. Ist wohl eine Rhythmusfrage – hier sind eh alle entspannt ;-) An das bunte Manga-Potpourri hat man sich auch in Frankfurt langsam gewöhnt, aber die vielen Schulklassen befremden mich doch und ich gestehe, da kommt das Hektische in mir durch und ich möchte manchmal einfach huschen ...
Doch die Entspannung überträgt sich und wird auch in den Terminen spürbar. Unvorstellbar für Frankfurter Verhältnisse, zu spät zum nächsten, eng getakteten Termin zu kommen. Und nicht, weil es so lange von A nach B dauert, sondern weil die VerlagskollegInnen und -kollegen einfach mehr Zeit haben und ins Plaudern kommen. Hier unterhält man sich tatsächlich länger, sowohl am Stand als auch auf dem Gang. Wobei ich sagen muss, dass ich in Leipzig – obwohl kleiner – nie so viele bekannte Gesichter treffe wie in Frankfurt ...

Es waren definitiv schöne Tage; die Leipziger Buchmesse ist einfach ein klasse Start ins Bücherjahr! Ich habe spannende Gespräche geführt, viel Input bekommen und Inspiration mitgenommen. Jetzt heißt es, ran an die eigentliche Messenachbereitung, den die Zeit vergeht ja wie im Fluge und nach der Messe ist vor der Messe ... Bis Frankfurt sind es nur noch sieben Monate und tatsächlich freue ich mich schon jetzt drauf!

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Buchmessen-ABC 2011 – Von Agora bis Zuhause

A wie Agora: die eigentlich nicht vorhanden war, denn da war so etwas ganz Großes, was den Messeplatz dezent für sich einnahm :-)
B wie book faces: eine tolle Aktion und dieses Jahr waren auch wir von everybody’s public dabei – hat richtig Spaß gemacht
C wie Cosplayer: in diesem Jahr nicht ganz so blutig und teilweise wirklich super kreativ
D wie Dreamteam: Danke Dodo, die Messe war super!
E wie Essengehen: tägliche Nahrungsaufnahme von ausgesucht köstlichem Essen in diesem Jahr und stets grandioser Gesellschaft
F wie Freunde: denn manche Kolleginnen und Kollegen sind mittlerweile einfach mehr und entsprechend schön ist es, so viele davon wiederzusehen
G wie Groupie: auch erwachsene Frauen (Männer sicher auch, aber da hat sich keiner geoutet) sind einfach nur Hin und Weg bei manchem Autor ...
H wie hektisches Treiben, gehört dazu, aber fand ich in diesem Jahr erstaunlich entspannt
I wie Island: ich habe auch in diesem Jahr wieder viel zu wenig davon mitbekommen, ich baue mal optimistisch auf 2012
J wie Jagdfieber: erwacht doch regelmäßig, wenn man so viele wunderbare Bücher sieht, wahlweise auch Non-Book-Artikel
K wie Kultkolumne: Der Messe-Mayer bescherte uns eines der lustigsten Treffen auf der Messe, inklusive Erwähnung mit Gruselfoto in besagter Kolumne auf buchmarkt.de
L wie Lesezelt: Irgendwo auf dem Parkplatz zwischen den Hallen 3 und 4 stand es und sah besonders im Regen extrem traurig aus
M wie Mienenspiele: unsere diesjährige Buchmessenaktion, bei der wir um mimische
Antworten auf drei Fragen baten – und erhielten! Die Ergebnisse gibt’s auf facebook unter Gründungsdiary
N wie Neuseeland: Das nächste Gastland und ich finde das klingt super spannend!
O wie Open Space aka Spacerochen, Spaceshuttle ... mag stylish wirken, aber irgendwie war es doch recht beengt und so richtig passen, mochte Audi dann für viele doch nicht
P wie Pausentreffen: zwischen den Terminen im Freien oder einfach auf dem Weg im Gang, bei denen sich oftmals großartige Gespräche ergeben
Q wie Quatsch: gerne auch Geschwätz, das man vorzugsweise im Vorbeigehen, im Shuttlebus oder auf der Rolltreppe hört
R wie Rolltreppe: das alte Lied vom Sthen und Gehen. In diesem Jahr hat man jedoch verstärkt auf Leitbänder und Security gesetzt
S wie Stimmbänder: nach fünf Tagen ordentlich in Mitleidenschaft gezogen – tiefe Stimmen machen sich geschlechterübergreifend breit
T wie TNT: Don’t ask, aber es gab da so einen Ohrwurm
U wie ungeplant: Treffen, Termine etc. Man sollte sich definitiv ein paar Zeitfenster offen halten. Ist zwar auch kein Garant alle zu treffen, die man möchte, aber die Chancen steigen deutlich!
V wie Verlage: auffallend in diesem Jahr die vielen neu gestalteten Stände
W wie Wohnzimmertrend: immer mehr Verlagsstände wandeln sich in kleine oder große Wohlfühloasen
X wie X für ein U vormachen: Wenn man so dem einen oder anderen Gespräch lauscht, weiß man, dass man manchen Menschen einfach ALLES erzählen könnte
Y wie youtube: Hier findet sich ein kleines Best of-Potpurri unserer „Mienenspiele“
Z wie Zuhause: So fühle ich mich bereits am ersten Morgen. Es gibt da wohl nur Extreme, ich liebe die Messe, das Adrenalin, die Reizüberflutung, den Austausch, die Atmosphäre ...

Die Buchmesse hat ihre Tore geschlossen, Bücher, Kolleginnen und Kollegen sind größtenteils wieder zurück und bis zum nächsten großen Familientreffen dauert es noch ... Für mich war 2011 eine großartige Messe und ich bin froh, dass ich dieses Erlebnis mit vielen wunderbaren Menschen teilen durfte – Danke Euch!

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Buchmessen-Revue 2011 – Zwischen Messeadrenalin und Melancholie

Was will man mehr? Schön war's!
Die Buchmesse 2011 ist vorbei. Die ersten Nachwehen, wie Schlafmangel, Stimmverlust, Rücken und Füße sind überwunden, erste Messenachlese ist erfolgt und doch bin ich noch nicht ganz zurück im Alltagstrott. Ich bin einfach ein Messekind. Es gibt einige Kolleginnen/Kollegen, die bereits am Mittwoch die Messe verfluchen und die Stunden bis zur Abfahrt zählen. Für mich gehören diese Tage jedoch traditionell zu den schönsten im Jahr.
Eigentlich fängt es bereits im Sommer an. Ein erster Termin ergibt sich, man denkt noch an die Messe in weiter Ferne und schwupps, ist es September. Da heißt es dann die Planung anzugehen und Termine zu vereinbaren. Schneller als man es glauben möchte ist es Oktober und nur noch wenige Tage bis zur Messe bleiben übrig. Zeit, sich um die Garderobe zu kümmern, Wäsche waschen, bügeln, private Vorbereitungen für Übernachtungsgäste zu tätigen, noch einmal wichtige Kleinigkeiten wie Kopfschmerztabletten und Blasenpflaster sowie Versorgung zu kaufen – in meinem Falle gerne Buttermilch und Müsliriegel ;-)
everybody's public! Unser Buchprojekt für teNeues
Alles gerichtet, Unterlagen zusammen und los geht’s am Mittwoch Richtung Frankfurt. Egal wie stressig es davor gewesen sein mag, egal wie müde ich womöglich noch eben war, meine Füße betreten den Messeboden und ich bin DA! Messeadrenalin und das Gefühl von Zuhause sein durchströmen mich. Kaum angekommen, trifft man bekannte Gesichter und führt die ersten, meist ungeplanten Gespräche. Die fünf Tage vergehen wie im Flug zwischen geschäftlichen Terminen, privaten Verabredungen, kurzem Hallo-sagen, Twittagesen, Veranstaltungen, Buchpräsentationen, AVP und kurzem privatem Stöbern. Auch wenn die Zeit anstrengend ist, fühlen sich die Tage zu kurz an und ich begegne dem Sonntag mit einer gewissen Melancholie. So viele Kolleginnen/Kollegen, mit denen man sich unterhalten möchte, so viel Inspiration und Input zu Neuerungen, so viele spannende Termine – ein unmögliches Unterfangen, all dies mitzunehmen. Gut, dass man mit vielen auch über das Jahr in Kontakt steht und sich regelmäßig austauschen kann oder sch einfach nur so trifft!

Ein Kollege hat mir erzählt, dass er es gar nicht so leicht findet, in diese Branche aufgenommen zu werden. Ich kann es mir (nur) bedingt vorstellen. 2012 wird meine 10. Frankfurter Buchmesse sein. So sehr es für mich also nach all der Zeit wie ein großes Ferienlager erscheint, so fremd wirken wir auf Außenstehende und sind eine doch recht eingeschworene Gemeinde. Vielleicht manchmal sogar zu eingeschworen, fällt uns doch der Blick über den (Branchen-)Tellerrand nicht ganz so leicht. 2010 war schon eine besondere Messe, weil es für Dodo und mich die erste mit everybody’s public war, doch in diesem Jahr war es noch besser. Wir hatten wunderbare Gespräche und man hat uns so positiv empfangen, Interesse bekundet und uns eben genau dieses Gefühl vermittelt, angenommen worden zu sein.
Berufsbedingt bewegen wir uns nicht nur unter Verlagskollegen, doch muss ich gestehen, dass ich mich hier am wohlsten fühle. Es ist schön zu sehen, wie wir teilweise gemeinsam gewachsen sind. Da gibt es die „alten Hasen“, die man früher eher aus der Ferne kannte, die einem aber heute ganz vertraut sind. Da sind diejenigen in meinem Alter, mit denen ich teilweise gemeinsam angefangen habe und die nun eine eigene Riege sind. Nicht zuletzt der Nachwuchs, der sich seinen Weg sucht und mit ganz anderen Neuerungen „aufwächst“.
Entspannung nach der Messe
Wir alle bewegen uns zwischen der Tradition eines Kulturgutes und digitalen Lösungen, zwischen klassischer Pressearbeit und Onlinekommunikation, zwischen alt gedientem Lesezelt und Open Space ... Getragen wird der Großteil von Herzblut, Leidenschaft und dem Glauben an ein ganz besonderes Produkt, das einfach nicht so recht nur Produkt sein will ... Vielleicht macht genau das diese besondere Atmosphäre aus.
Ich hatte in diesem Jahr so viel Spaß auf der Messe, egal ob mit Freunden und Kolleginnen / Kollegen, beim Fotografieren der „Mienespiele“, bei book faces, beim Lesen des Messe-Mayers, bei Terminen, ... Ich habe Tränen gelacht und danach kaum noch Stimme gehabt und habe es einfach nur genossen – Danke allen, die daran beteiligt waren! Jetzt heißt es wieder zurück an die Arbeit und in den Alltag, der ja auch so einiges zu bieten hat. Doch ein bissel was vom Messefeeling bewahre ich mir noch ein paar Tage, indem ich Blogbeiträge lese und mich auf meine neue Lektüre freue!

Dienstag, 18. Oktober 2011

Das trägt man jetzt so ... Mode-Impressionen auf der Frankfurter Buchmesse 2011

Leider kann man (oder besser gesagt ich) gar nicht so schnell die Kamera zücken, wie man möchte und dadurch entgeht einem sooo vieles ... Es gibt ja auf der Messe per se EINIGES zu sehen, doch der Connaisseur genießt über die Buchpracht hinaus. Da gibt es Menschen, die mitten auf der Messe schlafen können oder einfach ein bissel meditieren, um sich dann ganz zen-mäßig wieder ins Getümmel zu stürzen. Das ist beinahe beneidenswert schön.
Es gibt viele dieser klitzekleinen Momente, die man festhalten möchte, aus ganz unterschiedlichen Gründen. In diesem Jahr möcht ich mich aber zumindest kurz der eigentlichen Optik – dem weiblichen Messeoutfit widmen.

Stylish: Ganz eindeutig ist der Trend 2011 bei den Frauen Desigual. Zwar sah man bereits in den letzten Jahren einige Damen in den auffallenden Röcken, Kleidern oder Mänteln, doch wenn ich die Messe-Marke schlechthin für dieses Jahr wählen dürfte: Desigual!
Konservativ: Businesskostüme an Verlagsfrauen sind eher selten gesät, doch durchaus vorhanden. Klassische Kostüme und Farben, unaufdringlich, dezent und  stilvoll. Meist schön anzuschauen, fällt aber in der Buchbranche zumindest bei den Buchweibchen auf.
Kulturell: Wir arbeiten ja im Kulturbereich und da trägt sich Filz und Schwarz einfach gut – zumal man vor den Hallen bereits die Kleider für 2012 erwerben kann. Alternativ in diesem Jahr auch der Nerdlook, der etwas schicker und cooler daher kommt und durch das It-Accessoire, die Nerdbrille, besticht.
Farbenfroh: Knallgrüner Rock mit gewagter Strickjacke in Karibik-Türkis-Hellblau, Träume in Kanarienvogelgelb und leuchtendem Pinker als Pink. Manche Farbtupfer waren eine Augenweide, manche hingegen ... vor allem kombiniert, doch eher ein Anlass für Tränen im Auge des Betrachters. Fazit: Farbe gut, aber in Maßen und mit ästhetischem Empfinden gewählt!
Extravagant: Fell oder wahlweise Kostüme und damit meine ich weder Nerz noch Businesskostüme – wobei es die ja durchaus auch vereinzelt gibt ... Nicht tierische Felle, sondern tierische Outfits und ausgefallene Kostüme bei den Cosplayern lassen das den Betrachter häufig stutzen und einen zweiten Blick riskieren.

Auch wenn die Frauen einfach mehr Modepotential auf der Messe boten, möchte ich doch die Männer nicht ganz unkommentiert lassen.
Daher also drei kleine Beobachtungen:
Auch Anzüge stehen leider wider besserer Annahme nicht allen Männern.
Die beliebten Kulturellen-Accessoires wie auffallende Brille und farbiger Schal zum intellektuellen Schwarz nehmen ab. Dafür wird die Männerhandtasche deutlich weiblicher.
Die Fußbekleidung! In der Verlagsbranche darf man sich gerne auch mal unkonventionell geben. Da gibt es seit Jahren neben den Anzugschuhen auch jene, die durch Sneakers und weit lässigeres Schuhwerk bestechen. Doch 2011 schien Wildleder und Extravaganz ganz vorne angesiedelt zu sein ... Ein Trend?



Von schön bis amüsant, von grauslig bis traumhaft – es war alles dabei. Ich fand es spannend und unterhaltsam und weiß, dass ich da nicht die Einzige war ;-)

Montag, 10. Oktober 2011

Mein persönliches Vor-Buchmessen-ABC

A wie Apps für Frankfurt und die Buchmesse runterladen
B wie Blasenpflaster kaufen – man weiß ja nie
C wie Countdown, der ...
D wie mit Dodo ein zweites Jahr als Team dabei sein!
E wie Eintrittskarten besorgen
F wie Fußpflege – die müssen schließlich einiges leisten
G wie Gastland: 2011 Island – ob ich dieses Jahr mal mehr davon mitbekomme?
H wie Handtasche packen nach der Devise: alles Wichtige dabei und doch noch Platz
I wie Island – ich lese vorbereitend zumindest einen isländischen Krimi, zählt das?
J wie Jahrestreffen schlechthin
K wie Kleidercheck, morgens bügeln oder schlaftrunken Kleider suchen, geht gar nicht
L wie Literatur, gibt es die nächsten Tage satt
M wie Messefieber, das langsam anfängt auszubrechen
N wie Nagelpflege – Mädchenvorbereitung :-)
O wie Organisation, denn die ist alles auf der Messe
P wie Pausen mit netten Kolleginnen und Kollegen – vorzugsweise im Freien
Q wie Quellen, gute: Gespräche, Tipps und Tratsch
R wie Restaurants für den Abend, damit es nicht wieder allzu abenteuerlich wird ...
S wie Schriftsteller – wer kommt, wer kommt nicht?
T wie Termine für die Agentur und natürlich auch private Treffen ausmachen und schwupps, bleibt doch nicht mehr so viel Zeit für persönliches Umschauen ...
U wie (Ue)Übernachtungsgast, auf den ich mich schon sehr freue!
V wie Vorfreude und die ist wie jedes Jahr riesig!
W wie Wiedersehen, das große ... hat ein bissel was von Ferienlager
X wie X-Faktor, für mich die ungeplanten Begegnungen und Überraschungen, von denen die Buchmesse immer einige bereithält
Y wie Yippie!
Z wie zahlreiche Begegnungen, auf die ich mich freue!

Am Mittwoch geht's los - bis dann in Frankfurt!

Freitag, 18. Februar 2011

Zwischen Marillenmarmelade und toten Musikern – Thomas Raab liest in Mainz

Auch wenn das Hauptgeschäft von everybody’s public der Bereich PR ist, so liegen uns doch Lesungsveranstaltungen am Herzen. Für mich eine Leidenschaft und ein persönliches Projekt – eine Überzeugung, die ich dankbarerweise mit Dodo teile.
Die erste Lesung ist immer spannend – wie nimmt es  das Publikum auf? Sind alle zufrieden? Erfüllen sich die Vorstellungen?
Wir haben es gewagt und uns für den österreichischen Krimiautor Thomas Raab entschieden. In Österreich ist der Autor bereits ein häufiger Gast auf den vorderen Plätzen der Bestsellerlisten – Zeit für Deutschland den Wiener und seinen feinen, aber treffsicheren Sprachwitz und die pointierten Beobachtungen zu entdecken.
Am Mittwoch, 16. Februar las Thomas Raab in der gut gefüllten Mainzer Buchbar LOMO aus seinem aktuellen, im Piper Verlag erschienen Buch „Der Metzger holt den Teufel“. Der vierte Band der Reihe spielt zwischen Musikern, den sogenannten besseren Kreisen und einem Restaurator, der auch privat mit einigem konfrontiert wird.

Thomas Raab liest aus "Der Metzger holt den Teufel
Wer die Krimis von Thomas Raab nicht kennt, vermutet unter Umständen grobschlächtiges hinter den Titeln um den „Metzger“ ... Dieser entpuppt sich jedoch als durchaus feinsinniger, warmherziger Protagonist mit dem Namen Willibald Adrian Metzger und dem nostalgischen Beruf des Restaurators. Der gemütliche,  kultivierte Protagonist ist ein ungewöhnlicher Ermittler und hat das Potential zur Kultfigur. Er erweist sich als guter Beobachter, als ein Philosoph des Alltags, der ungewollt immer wieder mit kriminellen Geschehnissen konfrontiert wird und die Fälle eher unverhofft löst.
Charmant wie kurzweilig wechselte Thomas Raab während des Abends zwischen Lesungspassagen, anekdotenreichen Erzählungen und amüsanter Interaktion mit dem Publikum, wobei er auch noch zur Belohnung Wachauer Marillenmarmelade verteilte.

Für uns war es ein rundum gelungener Abend mit einem großartigen, zufriedenem Autor, einem begeisterten Publikum, ausgelassener Stimmung und einer lässigen wie passenden Location. Es war sicher nicht die letzte Lesung!

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Randnotiz: Fundstück für Verlags-PRler

1930 verdiente sich der Regisseur Billy Wilder sein tägliches Brot noch als Journalist. Erstaunlich wie vertraut seine Einschätzung (zum Teil) in einem Artikel bezüglich Marken- und Buch-PR auch heute noch klingt ...


„Also der Käufer, der bessere zumal, hat heute eine durchaus feine Nase für gute Bücher, meint der Herr hinter dem Pult. Der Käufer beginnt sich langsam schon für Verlage zu interessieren, daraus schließt er auf die Qualität des Buches: aha, S. Fischer, das wird doch kein Mist sein! Er lässt sich durch die Besprechungen in den Zeitungen beraten. Bauchbinden mit Sätzen bedeutender Zeitgenossen nimmt er sich hin und wieder zu Herzen, wenn diese Sätze nicht allzu aufdringlich nach Werbung schmecken. (...) Der Preis des Buches ist gar nicht so wichtig. In Frankreich fliegen sie auf billige Bücher. Kann gedruckt sein auf einem Papier, so dick und hart, dass man einen mit so einem halben Blatt erschlagen kann. Oder auf sanitärem Papier. Das ist denen egal. Nur billig, billig, billig soll es sein. Ein Deutscher kauft sich ein Buch mit dem gleichen Ernst, mit dem er sich etwa ein Hemd kauft. Dauerhaft, darauf kommt es ihm an.“ (aus: Billy Wilder: "Der Prinz von Wales geht auf Urlaub", Diana Verlag 2000)

Dienstag, 12. Oktober 2010

Mein persönliches Buchmessen-ABC

Wer den Messeturm sieht, ist richtig
A wie Autoren: von aufstrebend über prominent bis überschätzt, von entspannt über geflissentlich bis divenhaft ...
B wie Bücher: jede Menge, Sinnes- und Reizüberflutung, himmlisch, darum geht’s hier
C wie chemische Keule: der unverkennbare, süßliche Geruch auf den Messetoiletten
D wie Drängler: meist im Zusammenhang mit Trolleys, Folge ist der klassische Fußüberfahrer & Hacksenrempler
E wie Essen: von Fingerfood am Stand über überteuert bis hin zu gewagt bei abendlichen Experimenten
F wie Fachbesucher: schwierige Definition beim Anblick von Schülern & Privatpersonen
G wie Gastland: 2010 Argentinien, 2011 Island, oftmals vom arbeitenden Volk kaum wahrgenommen, sofern nicht daran beteiligt
H wie Hallen: War schon mal jemand in allen Hallen? Ich biete dieses Jahr 3, 4, 6 & 8 ;-)
I wie Igitt: Menschen, die husten/niesen & einen mit einer Sprühfontäne beglücken
J wie Jagdbeute: alles, was sich greifen lässt
K wie Kult-Kolumne: ist zurecht der „Messe-Mayer“
L wie Lautstärke: wachsend, manchmal extrem, schlägt sich am Ende in stark beanspruchten Stimmbändern und der Heiserkeit vieler nieder
M wie Messefieber und -beschwerden: Fieber & Adrenalin sind positiv & helfen, die Tage zu überstehen & zu genießen. Die Beschwerden sind meist Heiserkeit, Kopf-, Fuß- & Rückenschmerzen
N wie Nerven, gute: Sollte man haben, ob privat oder beruflich, ähnlich wie gutes Schuhwerk
O wie Orientierungslosigkeit: an Publikumstagen häufig auftretendes Phänomen, meist auf der Rolltreppe
P wie Pause: Auf der Agora, gerne rauchend und schwätzend
Q wie Quellen, spannende: neben der Lektüre des Messe-Mayers, Insider-Gespräche mit Kollegen/Kolleginnen
R wie Rolltreppen: Immer überfüllt und offensichtlich schwierig zu bedienen, Verhaltensfehler
S wie Sekt: kleiner Aufputsch zwischendrin, kann Kreislauf & Laune ankurbeln, wichtig aber ist das Maß!
T wie Tagesform: Mittwoch euphorisch, Donnerstag erste Erschöpfung, Freitag berappelt, Samstag Verdrängung, Sonntag melancholisch & dankbar
U wie Unsitte: Das Klauen von allem! Geht einher mit Unverständnis!
V wie Visitenkarten(-austausch): ein gängiges Ritual unter Kollegen oder Jagdziel bei Besuchern
W wie Wohnzimmer: Nicht nur der Kein & Abel-Stand, sondern, das Gefühl, dass der eine oder andere auf der Messe wohnt ...
X wie X-te Buchmesse für viele: doch ob erste oder x-te, jedes Jahr gibt’s viel zu entdecken
Y wie youtube: Videos auf youtube sowie jede Menge Beiträge auf Twitter & facebook – die Buchmesse war stets zeitnah für die Zuhausegebliebenen erlebbar
Z wie Zum Schluss: es lässt sich gar nicht auf ein kleines ABC beschränken – die Buchmesse ist ein Highlight und das liegt nicht zuletzt daran, dass die Branche eine ganz spezielle und schöne ist!

Buchmesse 2010 – Highlights & Abgründe ...

Die Buchmesse 2010 ist vorüber und so langsam fühle ich mich regeneriert. Zeit also, einen Rückblick zu wagen ... Für mich war es beruflich die 7. Buchmesse und ich kann sagen, nein, es war kein verflixtes Jahr! ;-) Schön war’s, spannend, fröhlich, interessant, inspirierend, überwältigend und oft sehr amüsant ...
Traditionell erliege ich bereits am Montag dem Messefieber. Ich bin aufgeregt und freue mich wie ein Kind auf den Beginn der Messe. Spätestens dann, wenn ich Messeboden unter meinen Füßen spüre, bin ich zu Hause. Es ist wie ein großes Ferienlager – so viele Menschen, liebe Kollegen, noch Unbekannte und teilweise sogar gute Freunde trifft man innerhalb von fünf Tagen. In diesem Jahr war es natürlich besonders spannend: zum ersten Mal mit der eigenen Agentur vorstellig werden und viele Kollegen und Kolleginnen treffen. Mit Dodo an meiner Seite betrat ich am Mittwoch das Messegelände und siehe da, bereits im Shuttlebus trafen wir ein erstes bekanntes Gesicht – und es folgten zahlreiche weitere. Es waren wunderbare Gespräche und Begegnungen. Die Rückmeldungen auf everybody’s public waren durchweg positiv, worüber wir uns natürlich besonders freuen. Wir haben das Terminhopping, die Verleihung von Miss und Mister BookFair (Gratulation an Wibke Ladwig und Philipp Weinbrenner), die Abendessen, die AVP Happy-Hour und vieles mehr genossen. Manches, was ich mir vorgenommen habe, hat nicht geklappt, weil ich doch noch jemandem über den Weg lief und mich spontan verquatscht habe. Aber das gehört auch zur Messe.

Parallel zu unseren Gesprächsterminen haben wir ab Mittwoch kleine Kurzinterviews geführt uns sie auf facebook und youtube eingestellt. Jeweils drei kurze Fragen wurden gestellt und Antworten von Kolleginnen, Autoren, einer Buchhändlerin sowie der Maus gegeben. Es hat viel Spaß gemacht – Danke an alle, die bereit waren, so spontan zu agieren. Wie entspannt trotz Stress alle sind, zeigt die Bereitschaft der Kollegen und auch der Autoren wie Oliver Bottini, Joscha Sauer, Simon Tofield oder dem Koch Sante de Santis sowie nicht zuletzt Herrn Mayer vom Buchmarkt. An dieser Stelle auch Danke für den täglichen Messe-Mayer – eine Kolumne, die zurecht Kultstatus hat.
Trotz Rücken und Füßen, Kopfschmerzen, trockenen Augen und Schleimhäuten – darüber klagen alle auf die eine oder andere Weise – genießt man das bunte Treiben. Dazu kam das unglaubliche Wetter: blauer Himmel und Sonnenschein luden dazu ein, sich auf der Agora zu treffen und zu schwätzen. Gesprochen wurde gerade bei den Treffen mit den Kollegen nicht nur über Fachliches, sondern natürlich auch über die kleinen Messeerlebnisse der besonderen Art, die alle kennen, die auf der Messe arbeiten ....
Bücherbeute - Ich kann einfach nicht anders ...
Zu guter Letzt habe ich mich natürlich selbst auch noch ein bissel dem Bücherrausch hingegeben. Eigentlich nur bei zwei Verlagen gezielt drei Bücher mitgenommen und dann doch bei einem Stand mit englischsprachigen Titeln gnadenlos zugeschlagen ;-) Ich kann einfach nicht gegen meine Natur!
Immerhin habe ich dieses Jahr zum ersten Mal abends auch etwas zu Essen bekommen. Meine Familie hat zu Hause mal nach dem Rechten gesehen und so stand morgens eine frische Tasse schon unter der Kaffeemaschine. Zudem habe ich nicht unterwegs in der Bahn oder auf der Messe mit der heißen Nadel etwas genäht und auch die Portion Fish & Chips konnte ich essen, ohne dass sie mir um die Ohren flog, weil die Kollegin sie mir aus der Hand schlug ;-)


Es war wunderbar! Danke an alle, die dazu beigetragen haben und sich im einen oder anderen Absatz wiederfinden. Ich freue mich riesig auf 2011 und Euch – dann heißt es wieder gemeinsam genießen, reden, lachen und wundern. Ohne all die Kuriositäten wäre es nur halb so schön. Daher halte ich es zum Schluss mit Billy Wilder und zitiere aus One, Two, Three: „Actually, the situation is hopeless, but not serious.“

Buchmesse 2010 - Schlagworte, zu denen ich etwas sagen muss ...

Begegnungen – auch auf der Toilette:
Da sind die Begegnungen mit Menschen, die man nur aus dem Netz, vom Hörensagen oder vom Telefon kennt und etwas enttäuscht ist – und es gibt solche, die man auch live großartig findet!
Da sind diejenigen, die sich tagsüber schon von Stand zu Stand trinken und ihren Ausdünstungen in der Menge und auf der Rolltreppe nicht mehr Herr werden.
Schön auch, wenn man plötzlich wieder gesiezt wird, auch wenn man sich schon lange kennt. Oder wenn man Leute grüßt, die man zu kennen glaubt und feststellt, es ist ein Promi.
Selbst auf den Toiletten trifft man Kollegen und schnackt kurz, was nett ist, wenn man in der Reihe steht. Irritiert hat mich jedoch eine Schweizerin in der Toilette nebenan, die konsequent telefonierte ... Auch der Anblick einer Frau, die sich mit Genuss aus ihren 12cm-Stilettos verabschiedete und in 10cm Pumps stieg, sorgte für amüsiertes Grinsen, Respekt und Verwunderung. Von den Cosplayern an den Besuchertagen zu ganz schweigen – positiv finde ich, dass der Bluttrend wohl zurückgeht. Es überwogen fantasievolle und romantische oder lustige Kostüme.
Nicht zuletzt Manieren: Ich hatte bereits vor Jahren das Erlebnis, einen Kollegen mit Triefnase zu treffen, der mich trotzdem umarmte, sich dann die Nase mit der Hand abwischte und die Hand zum Gruß meinem Begleiter entgegenstreckte. Und auch dieses Jahr niesten und husteten die Leute in die Menge, als gäbe es kein Morgen!

Rolltreppen – ein schwieriges Unterfangen
Wir arbeiten auf dieser Messe und leider bringt das mit sich, dass wir es meist eilig haben. Spätestens auf der drittletzten Stufe hilft ein „Weiterlaufen“ dem typischen Stop des ahnungslosen Messebesuchers vorzubeugen. Schön ist es, wenn die Rolltreppe ausfällt und der Techniker seelenruhig zum Kollegen sagt, „da kriegen wir bald ein Problem“. Nein, nicht bald, JETZT!!! Amüsiert lauscht man Gesprächen von gestandenen Männern im Anzug, die sich fragen, ob der andere noch „kurz aufs Töpfchen“ muss.

Besucher sind wichtig – aber halt auch ungewollt komisch
Da wird am Verlagsstand gefragt, was so ausgestellt wird, ob man das Gepäck abgeben kann oder wo Stand/Veranstaltung xy ist, Bücher werden einfach mitgenommen, in Gespräche wird eingefallen oder über einen hinweg gegriffen, um ein Buch aus dem Regal zu holen – schwupps, Handtasche am Kopf. Da wird versucht einen ganzen Visitenkartenstapel zu klauen, weil man die doch sammelt oder die Liste mit 20 Verlagen gezückt, weil die Dame am Stand sicher helfen kann. Von den Menschen mit ominösen Manuskripten im Köfferchen ganz zu schweigen ...

Drängler & Trolleys – ein Fass von Boden
Bleibt daher unkommentiert ;-)

Montag, 4. Oktober 2010

Die Gretchenfrage oder Vor der Buchmesse ist vor dem Kleiderschrank

Erst einmal alles raus: Kleiderschrank-Gretchenfrage
Es ist ja mit der Buchmesse wie mit Weihnachten: Jedes Jahr zur gleichen Zeit und doch ist man ganz überrascht, wenn’s mal wieder soweit ist. Die eigentlichen Vorbereitungen und Terminvereinbarungen sowie Organisatorisches laufen ganz selbstverständlich.
Doch dann kommt es zur Gretchenfrage: Was ziehe ich an? Ich möchte gar nicht ausschließen, dass auch Männer sich mit dieser Frage herumschlagen, doch wir Frauen machen uns definitiv einen Kopf. Dabei muss man ja sagen, die Buchmesse ist kleidungstechnisch eine entspannte Messe: Jeans & Anzug, Sneakers & Stilettos – es ist alles dabei. Vielleicht liegt ja auch gerade darin die Schwierigkeit ;-)
Beruhigend wie tröstlich daran ist ja, dass man nicht alleine ist. Ich habe bereits in den letzten zwei Wochen immer wieder von befreundeten Kolleginnen gehört, dass die Frage nach dem Outfit wie ein Damoklesschwert über ihnen schwebt. Was ziehe ich an? Worin sehe ich gut aus und fühle mich wohl? Passen die Kleider vom letzten Jahr noch? Sind die noch tragbar? Wie wird das Wetter? Schaffe ich es noch einkaufen zu gehen bzw. kommt die Bestellung noch pünktlich?
Dieses Jahr habe ich mir im Vorfeld schon ein paar Gedanken gemacht, was ich so anziehen könnte, aber die eigentliche Auswahl wurde dann doch erst am Wochenende getroffen. Also habe ich gestern die Türen geöffnet und mich der Wahrheit des Kleiderschranks gestellt. Im Glauben, das mache ICH jetzt. Aber siehe da: Auf facebook fand ich noch mehr Kollegen und Kolleginnen, denen es nicht besser erging. Die Vorstellung, wie so viele andere auch ihre Kleidung aus Schränken und Kommoden holen, vor dem Spiegel auf- und abschreiten, war großartig. Mit einem Augenzwinkern diese „schwierige Gretchenfrage“ zu betrachten, hat mich mehr als amüsiert – und mal wieder dachte ich, wie sympathisch doch diese Branche ist. Denn ich wage mal zu behaupten, dass sich Menschen aus anderen Branchen vor Messen wie bspw. einer IAA sicher nicht so selbstironisch die Blöße dieser Problematik geben.
Ob also das Businessoutfit oder doch der casual look das Rennen gemacht haben, bleibt noch zwei Tage abzuwarten. Ich hoffe auf jeden Fall alle waren erfolgreich und wir sehen uns ab Mittwoch zufrieden mit dem eigenen Erscheinungsbild in Frankfurt. Und dann geht’s ums Wesentliche: BÜCHER!

Freitag, 24. September 2010

Miss BookFair 2010

Ich habe es gewagt - ich kandidiere für den Titel der Miss BookFair 2010.
Was das ist? Wie die Organisatoren selbst sagen: "Ziel und Zweck der Miss Book Fair und Mister Book Fair 2010 ist eine befristete Spaßaktion in Form eines Web-Contests am Rande der Frankfurter Buchmesse." Ein großer Spaß mit vielen netten Buchfrauen und -männern.
Jetzt bin ich eine von den mittlerweile 12 Kandidatinnen und 14 Kandidaten. Ich hatte ja ein bissel Herzklopfen, als ich heute morgen mein Bild sah, aber am Ende des Tages kann ich nur sagen: DANKE - die Rückmeldungen sind großartig und sehr charmant!!
Jetzt heißt es Daumen drücken. Ich bin sehr gespannt, wer am Ende das Rennen machen wird. Keine Frage, ich würde mich über das Krönchen außerordentlich freuen, aber der olympische Gedanke zählt - und die Aktion ist einfach cool! Es lohnt sich auf jeden Fall reinzuschauen  ... auch auf der Buchmesse. Ich freue mich, viele von den Kandidaten, Jurymitgliedern und Unterstützern in Frankfurt zu sehen. Eins steht jetzt schon fest - diese Branche ist einzigartig. Einzigartig schön!

Samstag, 18. September 2010

Gepriesen seien sie: Schwedische (& andere skandinavische) Krimis

Vor etlichen Jahren, ich glaube es war noch während des Studiums, wagte ich mich an Henning Mankell - und scheiterte. Ich habe mich brav durchgearbeitet, aber für mich beschlossen, dass ich auch alleine depressiv sein kann und dazu nicht Ystad und Herrn Wallander benötige. So war das Thema Krimis aus dem Norden erst einmal erledigt.
Dann gab mir mein ehemaliger Chef einen Krimi der beiden Schweden Roslund & Hellström: "Die Bestie" - und ich habe ihn verschlungen. Es folgten bis heute alle weiteren Bücher des Duos. "3 Sekunden" liegt bereits am Bett und wartet darauf, an der Reihe zu sein. Der Bann war gebrochen: Es folgten u. a. Liza Marklund, Arne Dahl, Helene Tursten, Kerstin Ekman, Camilla Läckberg, Arnaldur Indridasson,  Stieg Larsson, Inger Frimansson, Johan Theorin ...
Aber nein, ich lese auch Krimis aus anderen Ländern ;-) Das ist ja das Schöne - man erfährt viel über andere Länder, Krimitraditionen etc. Zudem ist Krimi nicht Krimi: literarische, politische, psychologische, historische, komische, skurrile, harte Krimis - die Bandbreite ist immens. Früh geprägt von meinem Vater habe ich mich durch die Klassiker gelesen (Sir Arthur Conan Doyle, Agatha Christie, Edgar Wallace ...) und meine Leidenschaft für mörderische Literatur ist ungebrochen.
Aktuell habe ich auf jeden Fall mal wieder eine schlimme Skandinavienphase: Håkan Nesser, Yrsa Sigurðardóttir, Jo Nesbø und Jussi Adler-Olsen unterhalten mich prächtig! Kann ich nur empfehlen - und beim nächsten Mal werfe ich einen Blick in die anderen Krimi-Länderabteilungen meiner Regale ...

Dienstag, 3. August 2010

Farbrausch & Haustiere

Das Gefühl von Zuhause - Bücher!!
In der Agentur dreht sich alles um Farben: Das Logo nimmt Formen an und somit auch die Website. Es macht extrem viel Spaß alles zu überlegen und auszusuchen. Ein gutes Gefühl, wenn die lange gepflegten Vorstellungen Formen annehmen. Auch die ersten Gespräche laufen gut an. Wir sind grad einfach wirklich zufrieden und glücklich. Jeder Tag ist spannend, unsere Kreativität ist gefragt und wir ergänzen uns so gut - ein tolles Geühl!
Alles in allem, weiß ich: Ich bin angekommen und happy. Selbst meine neuen kleinen Mitbewohner versuche ich ansatzweise zu ignorieren ;-) Wie sagte man mir? Wer im Grünen lebt, hat Tiere ... Ich mag ja Paul, das Haus-Eichhörnchen extrem gerne, aber die Grashüpfer in der Wohnung sind nicht so dolle. Dafür steht mittlerweile alles. Die Bücherregale standen ja eh als erstes, aber jetzt sehen sie auch so aus, wie sie sollen. Wie kann man keine Bücher lesen und besitzen? Für mich waren meine Bücher schon immer der erste Indikator für's Wohlfühlen. Sobald die Bücher stehen, bin ich zu Hause. Die letzten Sachen sind angebracht, Bilder fehlen noch, aber da bin ich großzügig. Immerhin gibt es keine Kartons mehr und ich liebe diese Wohnung!! Es ist alles fein - und endlich wieder sauber.