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Dienstag, 21. August 2012

Alltagsfluchten

Ich bin ja nicht umsonst nach Mainz zurückgekommen – mein Lokalpatriotismus ist durchaus vorhanden ;-) Aber manchmal vergisst man selbst, wie schön die Region hier ist und was man alles unternehmen kann!
Das Problem ist nur, es gibt ja immer so viel anders zu tun. Entsprechend möchte ich zwar dies und das machen, aber natürlich erst, wenn ALLES erledigt ist. So kommen die kleinen Auszeiten zu kurz. Der Garten schreit nach ordnenden Händen, der Sport fällt knapp aus und spontane Unternehmungen sind rar. Das ist absolut okay, denn es macht unglaublich viel Spaß.
Trotzdem braucht es auch Ruheoasen, um Kraft zu tanken, über den Tellerrand zu blicken und den Kopf frei zu bekommen. Ohne diese Ausbruchszeiten wird es sonst im Arbeitsalltag schwierig. Es ist mir also durchaus bewusst, wie wichtig die viel zitierte Work-Life-Balance: Der Geist ist willig ... in der Umsetzung hapert es aber halt doch ;-)
Entsprechend habe ich mich riesig auf ein paar Tage mit Nele und Eva gefreut. Neben gediegenem Grillpower, lecker Kuchen, guten Gesprächen und lautem Gelächter, waren wir viel draußen unterwegs, waren schwimmen, haben die Sonne genossen und Füße und Seele baumeln lassen ... Gerne im oder am Wasser.
Zusätzlich war ich mit Freunden im rheinhessischen Hinterland unterwegs und habe das satte Grün und die üppige Vegetation
der Landschaft bewundert, habe abends einfach mal alles stehen und liegen gelassen, um ganz kurzfristig Einladungen zu folgen und habe es genossen, bis spät draußen zu sitzen, in Gesprächen zu versacken und wenig Schlaf zu bekommen.
Siehe da, das tut richtig gut! Klar, sind Rhein oder auch ein Freibad nicht gleich das Meer, doch der Blick aufs Wasser entspannt wirklich sehr schnell. Das ist wie ein Turbo-Kurzurlaub.
Das will ich häufiger! Genauso wie zu kurze Nächte. Die rächen sich zwar kurzfristig beim Aufstehen am nächsten Morgen, aber sie geben auch viel Kraft, weil man einfach Spaß hatte. Also Pflichtgefühl und Arbeitstier einfach mal in die Schublade stecken, denn manchmal ist es viel vernünftiger, unvernünftig zu sein ;-)

Mittwoch, 4. April 2012

Von Phasenschweinen und Schweinehunden

Ich neige zum Extrem, ich bin ein Phasenschwein – war ich schon immer und werde es wahrscheinlich auch leider immer bleiben. Kennt noch jemand Phasenschweine? Ich kenne ja einige in meinem Umfeld, was mich immer ein bissel beruhigt, man fühlt sich nicht so alleine.
Was ein Phasenschwein ist? Beispiele gefällig? Ich stricke gerne, mit Hingabe und in Massen, temporär. Manchmal lese ich im Akkord und wenn ich auch noch eine(n) tolle(n) Autor(in) entdecke und es bereits mehrere Titel gibt, kann es sein, ich lese die jeweiligen Bände am Stück weg. Handwerkliche Tätigkeiten? Klar, kann ich nicht genug von kriegen und muss regelmäßig neue Projekte finden. Sind sie erledigt, ist es auch wieder füre ine ganze Weile gut. Kulinarische Vorlieben? Es gab eine ganz schlimme Reissalatphase, Nudeln mit Salat, Maultäschlesalat und in Kürze steht definitiv die Spargelphase an.
Ein ganz großes Thema meines Phasenschweindaseins ist Sport! Letztes Jahr habe ich den Aschermittwoch zum Kick-Off-Termin erklärt und durchgestartet nachdem ich lange nichts gemacht hatte. Ich habe mich vorsichtig herangetastet, mich endlich zum Laufen aufgerafft und zumindest bedingt Spaß daran gefunden. Da ich der Meinung bin, man muss erst einmal extrem starken, um sich einzupendeln, habe ich das auch wirklich durchgezogen. Zum Laufen kam eine morgendliche Mischung aus BBP-Übungen und Yoga zur Entspannung, im Spätsommer dann noch Fitness-Studio und somit Gerätetraining, Ausdauer und Zumba. Traumhaft, denn ich habe mich wirklich gut und fit gefühlt, klasse Ausgleich zum Arbeitsalltag, Rücken gestärkt und einige Kilos sind gepurzelt.
Zugegeben mit einigen Höhen und Tiefen, aber es ging relativ lange gut. Dann kam der Winter, Laufen im Freien war nicht meins und so ging es auf’s Laufband, was auch okay war. Aber was habe ich oft gedacht, wie schön es wäre, morgens wieder durch den Park zu laufen. Ja, jetzt wäre es definitiv soweit, nur ... Das bisherige Jahr steht im Zeichen der fliegenden Kuh, es ist so viel los und passiert, dass ich kaum hinterher komme. Dazu kam noch eine Erkältung und schwupps kein Sport mehr. Mittlerweile bin ich natürlich wieder gesund, nur beim Sport war ich seit Wochen nicht mehr und dieses Jahr wollte der Vorsatz mit der Fastenzeit auch nicht wirklich fruchten.
Da warten sie auf ihren Einsatz ...
Nun stehe ich da und schaue dem Bruder des Phasenschweins ins Auge: dem Schweinehund! Denn irgendwie ist diese schöne Vorstellung des morgendlichen Laufs in weiter Ferne, das gute Gefühl nicht mehr vorstellbar und überhaupt kann ich mich nicht aufraffen. Jeden Abend ist mein inneres Mantra, „Morgen früh gehst Du laufen und Du wirst Dich klasse fühlen“ – oder auch nicht. Warum bin ich so? Was hindert mich daran, es einfach zu tun? Ich versuche mich selbst auszutricksen, habe also wieder mit Morgengymnastik angefangen und prompt die Quittung für mein Nichtstun zu spüren bekommen: Muskelkater!
Nichts desto trotz habe ich Hoffnung! Ich werde es diesen tierischen Gesellen zeigen, werde die Kuh weiter fliegen lassen, den Schweinehund einfach ignorieren, dem Muskelkater beweisen, dass ich den längeren Atem habe und das sportliche Phasenschwein reaktivieren und versuchen, es in ein kontinuierliches, treues Tier zu verwandeln ... Nur welches? Sportschwan? Laufente?
Bis dahin schaue ich wie jetzt weiter aus dem Fenster und sehe den Park hinterm Haus, Sonne bescheint die Wege und die Luft ist klar nach einer regnerischen Nacht – ein super Morgen zum Laufen, aber ich schreibe ja gerade am Blogbeitrag. Aber morgen oder an Ostern, da geht es sicher raus ;-)

Montag, 31. Oktober 2011

Was wächst denn da? Der Riesenkürbis ...

Halloween im Garten? So ähnlich ...
Es war einmal ein kleines Kürbis-Pflänzchen, dass sich seinen Platz im Garten suchte und der Sonne entgegenstrebte ...
Erste zarte Blüten und daraus entstehende Minikürbisse zeigten sich rasch. Doch mit der Zeit bahnte sich der Kürbis seinen ganz eigenen Weg - in den Apfelbaum! Und nicht nur das: Er entschied sich gegen die vielen kleinen Kürbisse und dachte an einen einzigen, großen Monsterkürbis ;-)
Kürbis im Apfelbaum hat seinen besonderen Reiz und so durfte er wachsen, bis es jetzt an der Zeit war ihn zu ernten ... Ergebnis: schlappe 6,9 Kilo! Das nenne ich einen Kürbis!
Da stellt sich dann ganz schnell die Frage, was man damit eigentlich macht! Erst einmal aufschneiden und schauen, was der Kürbis so bietet. Erstaunlicherweise entpuppt sich der Monsterkürbis dann doch als sanfter Riese, der sich fix zerkleinern lässt und einen ganz sanften Duft verbreitet - lecker!

 Also, ausnehmen, Kerne sammeln und zum Trocknen beiseite stellen und dann in kleine Würfel schneiden. Aus einem, in Anbetracht der Masse, relativ kleinen Teil gibt es eine Kürbis-Quiche in Familiengröße.

Für den Rest wage ich mich an ein neues Gebiet: Chutney! Habe ich noch nicht ausprobiert, aber stelle ich mir toll vor und die Rezepte klingen nicht allzu aufwändig. Also wage ich das Experiment und siehe da, es entsteht ein tolles Kürbis-Chutney mit einem Hauch von Mango und einer guten Portion Gaumenfeuer!

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Aus Alt mach Neu oder wie baut man ein Hochbeet?

Abrissparty? "Trümmerfrauen"? Nein, die ersten Schritte zu einem Hochbeet!
Ich dachte, das sei eine gute Idee, um im nächsten Jahr mein Gemüse noch besser und geschützter anbauen zu können. Dazwischen ein paar Blümchen, einige Rankpflanzen ... und das Beet davor soll neu angelegt werden. Erfahrunsgwerte aus dem ersten Jahr umsetzen.
Soweit so gut - nur wie baut man ein Hochbeet und aus welchem Material? Holz? Nein, in meiner Vorstellung sah ich direkt ein Steinhochbeet - so ein bissel mediterraner Style. Zeit also, Steine zu suchen oder finden zu lassen! Der Zufall kam mir zu Hilfe: Eine altes Gebäude in der Nähe meiner Tante wurde abgerissen und die Steine für's Beet waren gefunden! Ab auf die Abrissbaustelle und Steine schleppen. Der Kostenpunkt lag in diesem Falle bei einem selbst gebackenen Streuselkuchen für die Baustellenmänner - Glück muss man haben!

Dank Einsatz freiwilliger Frauenpower und ein paar Autoladungen später hatten wir genügend Steine, die es noch zu säubern udn abzuklopfen galt. Alter Mörtel etc. musste runter, damit die Steine sich wieder zu einer neuen Mauer zusammenfügen ließen. Schließlich haben sie schon ca. 80 Jahre auf dem Buckel :-) Entsprechend sind sie nicht regelmäßig, einige haben Macken, die Größe variiert ein bissel, aber der Optimismus bleibt! Schließlich zählt am Ende das Resultat. Ausdauer und Muskelkraft sind angesagt - ist wie Sport im Freien.

Nach dem Vorbereiten der Steine, müssen die Grundplatten gelegt werden. Das Beet ist vorbereitet: ein bissel Erde abgetragen, alles geglättet und Furchen für die Platten gezogen. Diese werden dann in ein Sand-Erde-Gemisch gelegt und zwar so genau wie möglich - Wasserwaage inklusive, schließlich soll die Mauer stehen und möglichst halten!
Im Falle von ungebetenen Wühlmäusen wird zu unterst ein Draht gelegt, der mit den Platten verankert ist. Danach heißt es die erste Reihe legen, aber erst einmal zur Probe, damit klar ist, ob die Steine aufgehen und die Reihen aufeinander passen.



Wenn die ersten zwei Reihe liegen, ist alles gut.



Der "Kleber" wird angerührt und mit der Kelle aufgetragen - was man verwendet, hängt von den Steinen ab.
Langsam, aber sicher wächst mein neues Baby. Und es macht nicht nur richtig Spaß, nach so einem Tag schläft es sich auch hervorragend ;-)











Am Ende steht das Hochbeet und ich bin wirklich zufrieden - meine erste Mauer! Yeah - sieht doch schon toll aus! Der Herbst - und vor allem der Frühling -  können kommen!
Jetzt kommen Abschnitt, Kompost, Laub, Auffüllerde und gute Erde hinein. Fehlen nur noch Zwieblen für die Frühjahrsblüher und erste Bewohner.

Dienstag, 2. August 2011

Von Riesentomaten, Monsterzucchini und anderen Gartenfreuden

Es ist ja Sommer, eigentlich ... Aber irgendwie war der Juli doch recht verregnet und hat sich nicht gerade von seiner charmantesten Seite gezeigt. Nachdem Mai und Juni wirklich schön und auch sehr heiß waren, hat der viele Regen dem Garten gut getan. Allerdings nicht nur den erwünschten Blumen- und Pflanzenkindern, sondern auch dem Unkraut.

Regen heißt halt leider auch, dass die Gärtnerin selbst nicht so viel werkeln konnte, wie sie wollte. So stelle ich einerseits voller Verzücken fest, dass Tomaten, Zucchini, Salate, Trauben, Blumen und einiges mehr gedeihen, andererseits ist es ungewollt grün – das Unkraut hat ein atemberaubendes Tempo an den Tag gelegt: Es ist das Erbe des Vorbesitzers, der immer gerne das Unkraut einfach nur umgegraben hat, anstatt es zu entsorgen.

So heißt es jetzt wieder mal von vorne zu beginnen und dem Grün den Kampf anzusagen. Neben dem Unkraut, rankt das Efeu der Nachbarn auf unheimliche Weise immer wieder weit ins Beet und dank Paul und seiner Eichhörnchenfamilie ist es keine Kunst an einem Tag ca. 30 Nussbaumzöglinge zu finden, die ausgemacht werden müssen.
Dazwischen gilt es regelmäßig nach den Zöglingen zu schauen, zu hoffen, dass sich keine Schnecken an meine Pflänzchen und Salate machen und die Zucchini im Auge zu behalten. Diese entpuppen sich als running-gag. Ich sehe die Blüten, ich sehe erste zarte Triebe und wenn ich mich umdrehe, ist es eine ausgewachsene Zucchini!









Neben Zucchini und Kohlrabi entwickeln sich auch die Tomaten. Zeit, dass die Sonne wieder anständig scheint und ihnen ein hübsches Rot verpasst. Die ersten Cocktail-, Fleisch- und Birnentomaten waren aber schon sehr lecker! Auch die Feigen reifen heran, die Trauben färben sich langsam, die Äpfel werden groß und knackig. Es darf also bald gebacken werden ;-) Es ist wirklich toll, Frisches aus dem Garten zum Essen zu ernten. Passende Kräuter finden sich ebenfalls im Garten und ich finde es einfach großartig.

Es macht einfach Spaß zuzuschauen, wie schnell sich alles entwickelt. Klar gibt es auch viel zu tun. Man darf nicht unterschätzen, wie arbeitsintensiv Gartenarbeit ist – aber es lohnt sich! Meine ersten Fehlplanungen entdecke ich durch die ungeheure Entwicklung ebenfalls. Einiges möchte ich im nächsten Jahr anders anordnen. Manche Blumen werden höher/breiter als gedacht, Gemüse entwickelt sich schneller/langsamer oder Kombinationen sehen nicht so aus wie gewünscht. Die Natur hat halt ihren eigenen Kopf und ich bin noch Anfänger ;-)

Also heißt es in den nächsten Wochen dranbleiben, das Unkraut eindämmen und sich an frischem Obst und Gemüse sowie an Blüten zu erfreuen und sich Gedanken zu machen, wie ich das eine oder andere noch einmal neu gestalte. Schließlich kommt der Herbst schneller als man denkt und bis dahin sollte man die Zeit draußen wirklich genießen!!


Mittwoch, 13. Juli 2011

Summerlounge – Lesen unterm Walnussbaum ...

Bereits vor einigen Jahren habe ich bei einer Freundin eine ganze Sitzecke aus Europaletten gesehen, die einfach cool aussah. Zugegebenermaßen befindet sich diese Sitzecke in der Karibik und wirkt dadurch natürlich ganz lässig und passend. Die Idee blieb aber im Hinterkopf.

Vor ca. zwei Wochen sah ich eine solche „Summer-Lounge“ wieder in einer Frauenzeitschrift. (Sorry, könnte Für Sie oder freundin gewesen sein ...). Gesehen, überlegt und jetzt in die Tat umgesetzt. Wir haben einen Riesenwalnussbaum, unter dem sich einfach toll relaxen lässt. Dem Platz fehlte momentan aber noch die nötige Atmosphäre.
Eine Europalette fand sich noch, also in den Baumarkt wetterfeste Holzfarbe kaufen und loslegen. Die Auswahl an fertigen Holzfarben ist, nun ja eher überschaubar bis trist. Das Gute ist aber, dass man auch Holzfarben mittlerweile mit den tollen Farbfächern in eigentlich jeder Farbe mischen lassen kann.
Erster Schritt – säubern und ein bissel glatt schleifen, dann Farbe auftragen und trocknen lassen. Daran denken, dass man auch die unteren Querstreben sieht und alles streicht! Im Fundus wurde noch ein alter Klapptisch entdeckt, der ebenfalls angeschliffen und neu gestrichen wurde.
Schon ist die Sitzgelegenheit für den Garten fertig.
Man kann das auch mit zwei Paletten zwecks Höhe machen, aber da die zweite sich bisher noch nicht gefunden hat, haben sich einige Gartenplatten als gute Alternative erwiesen.

Ein paar bunte, dicke Kissen drauflegen oder wer hat, eine Matratze und schon ist die Lese- und Relaxoase fertig. Kaltes Wasser für die Füße und was Leckeres zum Trinken mitnehmen und schon kann man die heißen Tage erstklassig genießen.

Sonntag, 12. Juni 2011

Gärtnerglück – die ersten Schritte

Ich bin mit Garten aufgewachsen und selbst in WG und Wohnung während des Studiums gab es (fast) immer einen Balkon. Ich bin also keine ganz so ahnungslose Stadtpflanze und mag es Blumen zu pflanzen, meine Hände in Erde zu stecken, bunte Farbtupfer im Frühling zu sehen ...
Frühjahrsputz
Mit dem Umzug nach Mainz, gab es auch die Option, ein Stück Garten mein eigen zu nennen und ich habe „Ja“ gesagt ... Nun muss man aber sagen, dass letztes Jahr nicht viel mit dem Naumi-Beet in spe passiert ist und der Vorbesitzer so seine eigene Unkraut-Entsorgungstechnik hatte und auch nicht mehr viel gemacht hat. Also erwartete mich jetzt im Frühling ein Beet in sattem Grün – Unkrautgrün! Dazwischen gibt es einige Pflanzen, Bäume und Sträucher, die bereits dort wohnten und bleiben wollen sowie kleine grüne Spitzen, von denen man noch nicht sagen konnte, wer sich da so verbirgt.
Es tut sich was im Garten!
Vor ca. 2 Monaten hat die Gartensaison begonnen – die Stunde Null. Ich weiß, dass man auf die Zukunft hin einen Garten planen soll, mit viel Platz für die Entwicklung des kleinen Pflanzennachwuchs’. Doch so gut meine Vorstellungskraft ist, wenn es darum geht, eine Wohnung – möbliert oder leer – einzuschätzen und geistig zu planen, so schwierig fällt es mir im Gartenbereich ...

Lektion 1 – Planen und loslegen: Nicht entmutigen lassen und erstmal „sauber machen“, um eine Grundlage zu haben; ein Beet ohne ungewolltes Grün. Also, Kraut zupfen, Walnussbäume ausgraben – pflanzen sich ganz prima dank Paul fort – dazu Pfefferminze eindämmen und in Kübel setzen, damit man der Lage Herr wird. Neue Buchsbäumchen zur Einfriedung pflanzen und sich langsam orientieren, was man eigentlich möchte: Bei mir sollen Blumen und Gemüse wachsen. Zudem stellt sich die Frage nach der Bodenbeschaffenheit – ach ja, die Frage nach Sonnig, halbschattig und schattig stellt sich auch noch. Dann darf munter eingekauft, gepflanzt und gesät werden.

Kindergarten
Lektion 2 – Kleine Zöglinge wandern in den Kindergarten.
Ein kleiner erhöhter Platz dient meinen Kleinen als Kindergarten bis sie so kräftig sind, dass sie ins Beet ziehen dürfen. Leider wohnen hier nun mal auch Schnecken und die finden alles was zart ist ganz toll ;-) Brokkoli, Kohlrabi – in 2 Farben – und Tomaten werden also vorgezogen. Die ersten Salate werden direkt ausgepflanzt und gedeihen auch zügig.


Kohlrabi - ganz schön groß!
 Zucchinis - wird 'ne reiche Ernt
Lektion 3 – Für die Zukunft planen!
Das klappt nur bedingt bisher. Aber wie man mir sagte, das erste Jahr dient der Erfahrung und dem Experimentieren. Manche Blumen sehen am Anfang etwas unspektakulär aus, aber entwickeln sich prächtig – kleine Korbblümchen und Petunien sorgen für bunte Kleckse im Beet.
Die Salate werden recht groß und die Zucchini brauchen viiiel Platz. Das wusste ich, aber die explosionsartige Geschwindigkeit verblüfft doch.
Auf einmal ist gar nicht mehr so viel Platz im Beet ... Außerdem klappt es nicht mit allem – gehört nun mal auch dazu. Ich zweifele etwas an den Radieschen und Möhren, aber wer weiß.

Lecker!!
Lektion 4 – Geduld, Liebe und viel Arbeit: Kleine Pflänzchen brauchen regelmäßig Aufmerksamkeit und Wasser. So wie die Neulinge wachsen und das Gärtnerherz höher schlagen lassen, so entwickelt sich auch das Unkraut. Da heißt es dran bleiben und regelmäßig zupfen und eindämmen. Außerdem gilt es bei uns immer Walnussbäume zu suchen – die sprießen überall und sind verdammt fest.


1. Beerenauslese ;-)
Lektion 5 – Genuss: Auf einmal kommt man in den Garten und alles ist bunt wächst und gedeiht. Ein tolles Gefühl, das man auch genießen sollte. Da schmeckt der Kaffee draußen gleich viel besser und in einer so grünen Oase liest und entspannt es sich großartig. Mittlerweile lässt sich auch einiges vom Angebauten ernten und die Zukunft hält noch mehr bereit. Der erste Rhabarber und der Rucolasalat waren lecker. Zu ernten gibt es Salate, Minze, Kohlrabi, Him-, Erd- und Johannisbeeren, Tomaten, Paprika, Zucchini, Hokaido und jede Menge Kräuter.

Beleuchtung für den Abend ...

Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie sich das erste Gärtnerjahr noch entwickelt – es ist ja erst Juni! Spaß macht es definitiv und man kann es nur empfehlen, Gärtnerglück ist ein ganz besonderes Gefühl!!

Donnerstag, 26. Mai 2011

Laufen, ein Selbstversuch oder der Kampf mit dem Schweinehund

Ich bewundere ja Menschen, die regelmäßig joggen. Ich finde die Vorstellung, morgens eine Runde joggen zu gehen einfach toll. Sich zu bewegen, danach frisch geduscht und einfach fit in den Tag zu starten, klingt doch eigentlich ganz verheißungsvoll. Doch das war immer eine Fantasie, bei der es dann auch blieb.
Gut, ich habe schon während des Studiums und auch danach immer wieder Versuche unternommen, aber dieses Läufergefühl hat sich bei mir nie eingestellt. Ich fand es langweilig anstrengend und einfach .... ach, lassen wir das. Doch seit einiger Zeit will ich ja EIGENTLICH wieder mit Sport anfangen ... Der Plan war, entweder endlich wieder ein Fitnessstudio zu finden (bezahlbar und doch attraktiv) oder einfach mal mit den Gegebenheiten zu arbeiten. Laufen wäre ja was, denn direkt hinter dem Haus ist ein kleiner Park und wenige Meter weiter gibt es zwei große Parks und ständig sieht man Läufer. Meine Vorbereitung beinhaltete ein langsames Herantasten, mentales Einstimmen und sich selbst verarschen: Morgens beim Aufwachen habe ich mir vorgestellt, wie toll es doch sicher wäre, jetzt laufen zu gehen. Systematisch habe ich schon mal die Laufkleidung rausgesucht und in der Wohnung verteilt. Frei nach dem Motto: Wenn der Anfall kommt, dann soll es auch gleich losgehen können. Dann habe ich den Laufguide für Frauen (blv) gelesen, den ich wirklich interessant und hilfreich fand. Theorie alles bestens ...
Dann kam Ostern und ein paar freie Tage. Zeit also, den Plan in die Tat umzusetzen. Als Unterstützung dient das iphone – wer hätt’s gedacht ;-) – mit der micoach App von adidas. Ich habe einen Plan erstellt und mich dem Probetraining gestellt: Absolut ernüchternd! Ich bin so was von unfit und einfach nicht dafür gemacht. Ich schleppe mich mit Platsch-Platsch-Entenschritten voran, tippel vornehm mehr so auf der Stelle oder walze vor mich hin. Dazwischen sehe ich Menschen, die so leichtfüßig und geschmeidig laufen, dass es eine Freude ist, ihnen zuzuschauen. Dazwischen ich: knallroter Kopf, schnaufend und nach spätestens 2 Minuten bin ich am Ende meiner Kraft. DAS ist kein fishing for compliments, sondern die bittere Wahrheit. Warum nur, ist ausgerechnet Laufen sooo schwer?
Mittlerweile sind 5 Wochen vorbei und meine erste Planungseinheit ist fast vorbei. Ergebnis: Ich stehe tatsächlich früh auf und gehe raus. Mittlerweile laufe ich, je nach Programm meine 20-30 Minuten und schaffe es tatsächlich, am Stück zu joggen – hätte ich nicht für möglich gehalten. Ich bin immer noch unendlich langsam, muss zwischendrin gehen, mich von anderen überholen lassen, bin knallrot, schwitze nicht wirklich ladylike, keuche, verfluche mich zwischenzeitlich, hasse Jogger und Gassi-Geher, die mich zwingen weiter zu laufen, weil es mir zu peinlich ist anzuhalten und bin absolut dankbar, dass Dodo weiß, wo sie mich aufkratzen muss, wenn ich nicht in der Agentur erscheine.
Ich bin da ganz ehrlich: Ich bin immer noch kein Jogger, aber zum ersten Mal macht es ansatzweise Spaß und ich sehe tatsächlich Fortschritte, was motivierend ist. Zudem ist es wirklich großartig am frühen Morgen draußen zu sein. Die App ist cool und verschafft Abwechslung und Spaß. Mittlerweile finde ich meinen Rhythmus, weiß, welche Musik mich antreibt und fühle mich gut, wenn ich merke wie sich meine Füße doch etwas leichter vom Boden heben ... Keine Ahnung wie lange das anhält, aber ich plane fest, die 2. Einheit anzugehen.
Noch jemand, der einen Selbstversuch wagt? Dann kommen hier noch meine Top-Laufhits:

Gonny fly now
Je veux
The bad touch
Chariots of fire
Going the distance
That’s not my name
Harder, better, faster, stronger