Donnerstag, 16. Dezember 2010

Besinnliche Weihnachtszeit? Backwahn und vorausschauende Planungen

Angefangen hat es eigentlich damit, dass Dodo bereits Anfang November die ersten leckeren Cantuccini gebacken hat und die erste Tüte in der Agentur und der Familie großen Anklang gefunden hat. Dem guten Beispiel folgend, wollte ich also auch im November schon mit dem Backen angefangen.
In meiner Kindheit hat meine Mutter mit mir gebacken: traditionell gab es leckere Hildabrötchen – die mit der Marmeladenfüllung zwischen zwei Deckeln – dazu die allseits geliebte Linzertorte und ein paar andere Sorten. Recht früh hat sich meine Mutter aus dem „Backgeschäft“ zurückgezogen und irgendwie habe ich diese Aufgabe geerbt ...
Es hat sich aber in den letzten Jahren immer als einziger Backwahn entpuppt, da ich in der Regel nicht vor dem 2. Advent angefangen habe und dann an einem oder zwei Wochenenden meinte, alles backen zu müssen. Also stürze ich mich seit Jahren in die Supermärkte und fühle mit hektischen Hausfrauen, die daran verzweifeln, dass bereits Anfang Dezember nur noch gemahlene Mandeln und keine gehobelten mehr da sind und sich über die unverschämt teuren Vanilleschoten ärgern. Dann hieß es in der Vergangenheit alle Sorten mehr oder weniger auf einen Schlag zu backen. Da bereits beim Anblick der Masse der Gedanke aufkommt, es könnte doch sehr lange dauern, was die Motivation sinken lässt, greife ich zu dem Trick, Teigsorten vorzubereiten und kalt zu stellen. Dann ist der Teig schon da und MUSS gebacken werden.
Plätzchenauswahl 2010
2010 sollte also entspannt werden und siehe da: Frühes Backen lohnt sich und macht auf einmal wieder richtig Spaß! Der große Vorteil des frühen Vogels zeigt sich bereits beim Einkauf. Entspannt lässt sich alles besorgen, denn die Auswahl ist noch groß. Zudem habe ich in Etappen immer nur zwei-drei Sorten gebacken, Musik gehört, neue Sorten und Familietraditionspflichten produziert und mir Zeit gelassen. Zwischen Mandel- und Vanilleduft sind in großen Mengen immerhin 10 Sorten entstanden; u. a. Mandelzöpfe, Linzertorte, Cantuccini, Haselnussmakronen, Honiguchen, Nussecken, Mohnschnecken und Aufläufer. Das kann noch lange nicht mit den Sortenmeistern mithalten, aber das ist für mich okay. Unübertroffen ist eine liebe Freundin meiner Mutter, die in diesem Jahr 28 (!!) Sorten gebacken hat – Respekt! So viele saure Gurken können gar nicht in meinem Kühlschrank sein ;-)
Das Schöne am frühen Backen ist, dass man den ganzen Dezember schon Plätzchen anbieten und verschenken kann. Zudem entspannt es die Adventszeit und vorausschauend – wenn auch eher intuitiv ahnend als wirklich planend – schützt es vor bösen Überraschungen, wenn im Dezember doch noch etwas geschieht, das einen komplett in Beschlag nimmt. So ist es mir ergangen und umso dankbarer bin ich jetzt für die Plätzchen. Denn jetzt muss ich mich einem anderen Projekt widmen und alles andere hinten anstellen. Schade nur, dass es bei den Weihnachtsgeschenken und Karten nur bedingt geklappt hat.... ;-)
Mehr davon kurz vor Weihnachten. Bis dahin: Eine schöne, möglichst unstressige Adventszeit und gutes Gelingen bei den weihnachtlichen Vorbereitungen!

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Randnotiz: Fundstück für Verlags-PRler

1930 verdiente sich der Regisseur Billy Wilder sein tägliches Brot noch als Journalist. Erstaunlich wie vertraut seine Einschätzung (zum Teil) in einem Artikel bezüglich Marken- und Buch-PR auch heute noch klingt ...


„Also der Käufer, der bessere zumal, hat heute eine durchaus feine Nase für gute Bücher, meint der Herr hinter dem Pult. Der Käufer beginnt sich langsam schon für Verlage zu interessieren, daraus schließt er auf die Qualität des Buches: aha, S. Fischer, das wird doch kein Mist sein! Er lässt sich durch die Besprechungen in den Zeitungen beraten. Bauchbinden mit Sätzen bedeutender Zeitgenossen nimmt er sich hin und wieder zu Herzen, wenn diese Sätze nicht allzu aufdringlich nach Werbung schmecken. (...) Der Preis des Buches ist gar nicht so wichtig. In Frankreich fliegen sie auf billige Bücher. Kann gedruckt sein auf einem Papier, so dick und hart, dass man einen mit so einem halben Blatt erschlagen kann. Oder auf sanitärem Papier. Das ist denen egal. Nur billig, billig, billig soll es sein. Ein Deutscher kauft sich ein Buch mit dem gleichen Ernst, mit dem er sich etwa ein Hemd kauft. Dauerhaft, darauf kommt es ihm an.“ (aus: Billy Wilder: "Der Prinz von Wales geht auf Urlaub", Diana Verlag 2000)

Dienstag, 7. Dezember 2010

Wertvoll und viel zu selten - Zeit mit guten Freunden

Die Zeit an der Uni ist bei uns allen schon eine ganze Weile her. Was hatte man viel Zeit! Ich erinnere mich an Sommertage, wo aus einem Kaffee fünf wurden und viele Stunden in der Sonne vergingen. Uni konnte ja durchaus warten ... Zum Glück haben wir die Zeit meist genutzt und gerade am Ende diesen Luxus auch genossen.
Das galt auch für die ersten Schritte im Berufsleben. Mit einer halben Volontariatsstelle und einer Doktorarbeit gab es doch immer noch die Möglichkeit, mal fünf gerade sein zu lassen. Doch im Laufe der Jahre wurde es immer schwieriger. Dazu kamen die ersten Abschiede in andere Städte und die Treffen mussten schon besser geplant werden.
Mittlerweile sind Jahre ins Land gegangen und Freundschaften, die aus dem Uni- und Berufsleben entstanden sind, bestehen immer noch, was großartig ist. Nur mit dem Treffen gestaltet es sich nicht immer einfach – schon gar nicht, wenn man mehrere unter einen Hut bringen möchte. Doch siehe da, nach einigen Anläufen war es am ersten Dezember-Wochenende so weit. Auch wenn eine von uns doch kurzfristig absagen musste, was unglaublich schade war, haben wir es geschafft, ein Revival-Wochenende in Mainz zu verbringen. Trotz des Wetters sind alle gut hin- und zurückgekommen und wir konnten sogar die Zeit in der Wintersonne genießen.
Es war so schön zu sehen, dass man da weitermacht, wo man beim letzten Mal aufgehört hat. Nach und nach am Freitagabend eingetrudelt, saßen auf einmal alle erst in der Küche, dann im Wohnzimmer und waren nur am Schnattern. Bei Essen und Wein und vielen Geschichten hat sich alles vertraut angefühlt – und so saß der Hühnerhaufen bis spät in die Nacht lachend zusammen. Wir hatten ein wirklich großartiges und vor allem entspanntes Wochenende! Danke an Euch Mädels – es war wirklich cool!
Und denkt dran, der Termin für die nächsten Jahre steht: Das erste Dezember-Wochenende ist für uns reserviert!